Billigflieger Behörden verhindern Stehplätze bei Ryanair

Fliegen wie in der U-Bahn: Ryanair-Chef Michael O'Leary wollte Stehplätze mit Haltegriffen in seinen Maschinen einbauen. Mehr Passagiere würde das bedeuten - aber auch ein größeres Risiko. Eine Luftfahrtbehörde hat die Pläne der Billigfluggesellschaft nun gestoppt.
Ryanair: Chef Michael O'Leary ist für seine kruden Sparideen bekannt

Ryanair: Chef Michael O'Leary ist für seine kruden Sparideen bekannt

Foto: Maciej Kulczynski/ dpa

London - Wahre Fußballfans schwören darauf, Vielflieger treibt der Gedanke daran den Schweiß auf die Stirn: Stehplätze. Die irische Billig-Airline Ryanair wollte ihre Maschinen vom Typ Boeing 737-800 mit ebendiesen ausrüsten, um mehr Passagiere befördern zu können. Eine Luftfahrtbehörde hat diesen Plan nun vorzeitig beendet. Sie untersagte dem Unternehmen Testflüge.

Entscheidend für die klare Absage der Behörden sind wohl Sicherheitsbedenken: Für Stehplatzkundschaft waren keine Anschnallgurte vorgesehen, stattdessen hätte es nur einfache Haltegriffe gegeben. "Wie in der Londoner U-Bahn", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary auf einer Pressekonferenz in der britischen Hauptstadt.

Ob die europäische oder die US-amerikanische Luftfahrtbehörde ihm einen Strich durch die Kostenrechnung gemacht hatte, wollte O'Leary nicht sagen. Weniger als sechs Euro hätte ein Stehplatz bei Ryanair gekostet. Die Fluggesellschaft wollte mit der Neuerung durchschnittlich 230 statt 189 Passagiere pro Maschine befördern.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ryanair mit Sparplänen Schlagzeilen macht. Unter anderem schlug O'Leary vor, eine kostenpflichtige Toilettennutzung einzuführen und auf Co-Piloten zu verzichten. Zuletzt fiel das Unternehmen mit einer sexistischen Werbekampagne in Großbritannien unangenehm auf.

dkr
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