Preisaufschlag beim Mitfahrdienst BlaBlaCar führt im August Reservierungsgebühr ein

BlaBlaCar knöpft seinen Kunden ab August eine neue Gebühr ab. Wer dann von Berlin nach Hamburg reist, muss bis zu drei Euro pro Reservierung an den Marktführer unter den Mitfahrdiensten zahlen.

BlaBlaCar-Gründer Nicolas Brusson, Frédéric Mazzella, Francis Nappez
obs / BlaBlaCar

BlaBlaCar-Gründer Nicolas Brusson, Frédéric Mazzella, Francis Nappez


Für Fans des gemeinschaftlichen Autofahrens wird das Reisen teurer: Der Mitfahrdienst BlaBlaCar wird seine bereits vor Monaten angekündigte Reservierungsgebühr für Passagiere in Deutschland am 1. August einführen. Auf einer Strecke wie Berlin-Hamburg würde sie zwei bis drei Euro betragen, sagte Deutschlandchef Olivier Bremer. Der Schritt sei nötig, um Umsätze zu generieren.

Die französische Firma hat im Jahr 2015 die Plattform Carpooling mit Websites wie Mitfahrzentrale.de und Mitfahrgelegenheit.de gekauft und ist seitdem der mit Abstand größte Anbieter. BlaBlaCar vermittelt eigenen Angaben zufolge alle acht Sekunden eine Fahrt in Deutschland und deckt 90 Prozent des Mitfahrmarkts ab. Weltweit sind 30 Millionen Mitglieder registriert, der Dienst ist in 22 Ländern aktiv.

BlaBlaCar war bei seinem Eintritt in den deutschen Markt vor allem deshalb erfolgreich, weil es im Gegensatz zur Konkurrenz gebührenfrei war. Als die Seite Mitfahrgelegenheit.de im Jahr 2013 Gebühren einführte, waren die Nutzer empört.

Wie sich die veränderten Geschäftsbedingungen von BlaBlaCar nun auswirken werden, bleibt abzuwarten.

Neben der Einführung einer Vermittlungsgebühr kündigt BlaBlaCar außerdem eine Klima-Initiative an: Der CO2-Ausstoß durch die Fahrten solle in einer Kooperation mit der Organisation Myclimate ausgeglichen werden. Dafür werde der Dienst die Fahrten in Deutschland an Myclimate melden, die Organisation errechnet dann aus diesen Daten einen Wert für den CO2-Ausstoß und investiert entsprechend in Projekte, die ihn kompensieren, erläuterte Bremer. Er rechne damit, dass BlaBlaCar im kommenden Jahr auf einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag für die Initiative kommen werde.

jus/dpa



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