Brandanschläge bei Berlin Wo Bahnreisende mit Verspätungen rechnen müssen
Wartende Reisende in Berlin: Sämtliche Züge nach Hamburg brauchen derzeit länger
Foto: dapdBerlin - Nach dem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf Bahnanlagen nordwestlich von Berlin kommt es auch am Dienstag weiter zu erheblichen Verspätungen. Die Züge in Richtung Hamburg werden umgeleitet, so dass sich nach Angaben der Deutschen Bahn die Fahrzeiten um eine Dreiviertelstunde verlängern.
Auf vier Regionalbahnlinien sind streckenweise Busse im Einsatz, die Fahrtzeit verlängert sich laut Bahnangaben um bis zu 40 Minuten. Die Bahn rechnet damit, dass die Reparatur der Brandschäden an Signalkabeln bis Mittwoch dauert.
Auf folgenden Strecken kommt es derzeit zu Verspätungen:
- ICE-/IC-Strecke zwischen Hamburg und Berlin: Umleitung über Stendal und Wittenberge, Fahrten dauern circa 45 Minuten länger.
- Regionalexpress 4 (Jüterbog - Berlin Hbf - Wittenberge - Wismar): Kein Halt in Falkensee möglich, Verspätungen bis zehn Minuten möglich
- Regionalexpress 6 Berlin (Spandau - Hennigsdorf - Neuruppin - Wittenberge): Verbindung unterbrochen zwischen Spandau und Henningsdorf
- Regionalbahn 14 (Nauen - Berlin Hbf - Berlin Schönefeld - Senftenberg): Kein Zugverkehr zwischen Falkensee und Nauen, Fahrgäste werden gebeten, den Schienenersatzverkehr zu nutzen
- Regionalbahn 10 (Berlin Charlottenburg - Falkensee - Nauen): Komplette Verbindung unterbrochen
Weitere Informationen zum Ersatzverkehr finden Bahnkunden auf der Internetseite der Deutschen Bahn . Die Polizeibehörden in Berlin und Brandenburg äußerten sich am Dienstagmorgen nicht zum Stand der Ermittlungen. Zunächst gab es offensichtlich trotz eines Bekennerschreibens einer antimilitaristischen Gruppe keine konkreten Hinweise auf die Täter, die den Brandsatz bei Brieselang in einem Kabelschacht deponiert hatten.
Weiter gefahndet wird auch nach den Tätern, deren geplanter Brandanschlag am Berliner Hauptbahnhof vereitelt werden konnte. Dort hatte ein Bahn-Mitarbeiter sieben vorbereitete Brandsätze rechtzeitig entdeckt. Die Bundespolizei sieht Parallelen zwischen beiden Taten.
In einem Bekennerschreiben zum Anschlag hatte eine linksextreme Gruppe im Internet gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan protestiert. Sie forderte außerdem Freiheit für den inhaftierten US-Soldaten Bradley Manning, dem das US-Militär vorwirft, Interna an die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben zu haben. Das Landeskriminalamt Brandenburg hält das Bekennerschreiben nach einer vorläufigen Bewertung für authentisch. Ähnlich äußerte sich auch Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Montagabend im RBB-Fernsehen.