Brasilien Schießerei legt Flughafen von Rio lahm

Seit Tagen schon tobt das Chaos auf den Flughäfen Brasiliens, weil die Fluglotsen gegen schlechte Arbeitsbedingungen protestieren. Nun wurde der Airport von Rio auch noch ein Opfer der wachsenden Kriminalität.


Rio de Janeiro - Nach heftigen Schießereien zwischen der
Polizei und der Drogenmafia ist der internationale Flughafen von Rio de Janeiro heute für 35 Minuten geschlossen worden. Bei den Zusammenstößen in der Nähe einer Landebahn des Flughafens "Tom Jobim" im Norden der Stadt seien mindestens drei mutmaßliche Verbrecher getötet worden, berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf die Polizei.

Die zunehmende Kriminalität verschärft die Krise im
brasilianischen Luftverkehr, da erneut viele Flüge verschoben oder gestrichen wurden. Seit vergangener Woche herrscht Chaos auf den Flughäfen des Landes. An einigen Tagen waren mehr als die Hälfte aller Flüge von Verspätungen von mehr als einer Stunde und von Streichungen betroffen. Auslöser sind Proteste der Fluglotsen, die sich gegen ihre schlechten Arbeitsbedingungen wehren.

Seit Oktober vergangenen Jahres kommt es immer wieder zu Krisen in Brasiliens Luftverkehr. Ursache dafür ist der schwerste Flugzeugunfall in der Geschichte des Landes, bei dem Ende September zwei Maschinen über dem Urwald kollidierten. Eine Boeing der Gesellschaft Gol stürzte ab. Alle 154 Insassen kamen ums Leben. Eine kleinere Privatmaschine konnte notlanden. Die Lotsen fürchten um den guten Ruf ihres Berufsstandes
und gehen seitdem in die Offensive.

kai/dpa



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