Notfallmaßnahmen Britische Airlines dürfen bei ungeregeltem Brexit vorerst fliegen

Großbritannien-Reisende können nun mit gutem Gefühl ihren Flug buchen. Egal, wie der Brexit Ende März aussehen wird: In den folgenden Monaten dürfen britische Fluggesellschaften noch in die EU-Länder fliegen - vorerst.

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Der drohende Brexit verunsichert die Reisebranche, Urlauber und Geschäftsreisende. Vieles ist noch unklar - etwa Einreisebedingungen, Fahr- und Fluggastrechte oder auch Roaming-Kosten. Beim Flugverkehr gibt es zumindest für die Sommerurlaubssaison nun Entwarnung: Auch bei einem ungeregelten EU-Austritt Großbritanniens Ende März sollen der Flugverkehr in Europa weitgehend intakt und Sicherheitsstandards gewahrt bleiben.

In beiden Punkten haben sich EU-Unterhändler auf befristete Notfallmaßnahmen geeinigt, die noch formal vom Rat der Mitgliedstaaten und dem Parlament bestätigt werden müssen:

  • Die Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments einigten sich am Freitag darauf, dass Sicherheitszertifikate für Luftfahrtgeräte, die Gesellschaften in Großbritannien ausgestellt wurden, auch nach einem ungeregelten Brexit für neun Monate weiter gelten. Das biete genug Zeit, die Bescheinigungen bei der europäischen Luftfahrtbehörde EASA zu erneuern - dann unter Berücksichtigung des neuen Status Großbritanniens als Drittstaat, teilte der Rat der EU-Staaten mit.
  • Zuvor hatten sich Vertreter der EU-Staaten und des Parlaments bereits auf befristete Maßnahmen geeinigt, die Flugausfälle nach einem ungeregelten Brexit vermeiden sollen. Die Regelung soll nach Angaben des Rats sicherstellen, dass Fluggesellschaften mit britischer Lizenz für bis zu sieben Monate Verbindungen zwischen Großbritannien und den übrigen 27 EU-Staaten aufrecht erhalten können.
  • Eigentlich dürfen in der EU nur Airlines fliegen, die mehrheitlich im Besitz von Eigentümern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum sind. Der Notfallplan räumt den Gesellschaften jedoch eine Übergangsfrist von sechs Monaten ein, um die Voraussetzungen zu erfüllen.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, zeigt sich die deutsche Reisebranche erleichtert. Die Einigung helfe für die Urlaubssaison 2019, zitiert die Zeitung einen Luftfahrtfachmann. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc betonte aber in der "FAZ", dass diese Brexit-Notfallmaßnahmen keinesfalls die Vorteile des Binnenmarkts ersetzen könnten. Sie seien einseitig und befristet.

Fünf Wochen vor dem geplanten britischen EU-Austritt am 29. März ist in London immer noch keine Mehrheit für den mit Brüssel vereinbarten Brexit-Vertrag in Sicht. Beide Seiten planen deshalb für den Fall, dass er nicht mehr zustande kommt. Dann entfiele die ausgehandelte Übergangsfrist, in der sich für knapp zwei Jahre im Alltag fast nichts ändern soll.

abl/dpa



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