Peinlicher Fehler Edinburgh statt Düsseldorf - British-Airways-Maschine steuert falsches Ziel an

Statt gen Osten brach der British-Airways-Jet nach Norden auf: Flug BA3271 mit Ziel Düsseldorf landete im schottischen Edinburgh - zur Verwunderung der Passagiere.

DPA


Am frühen Montagmorgen nahm Flug BA3271 von London-City aus Kurs auf Schottland - statt nach Düsseldorf. Als die Gäste bei der Ankunft auf dem Edinburgher Flughafen willkommen geheißen wurden, hätten erst alle an einen Witz geglaubt. Das sagte die 24-jährige Sophie Cooke, die jede Woche zu ihrer Arbeitsstelle in Düsseldorf fliegt, dem britischen Sender BBC. Der Pilot habe dann alle, die nach Deutschland wollten, gebeten, die Hand zu heben - dies hätten alle Passagiere in der Kabine getan.

Der Pilot habe sich nicht verflogen, teilte British Airways mit. Da aber die Unterlagen als Ziel Edinburgh angaben, hätte die Flugsicherung den Flug genehmigt. Der deutsche Leasing- und Charterfluganbieter WDL Aviation, der die Route im Auftrag von British Airways durchgeführt hatte, bestätigte den Fehler. Die Sicherheit der Passagiere sei zu keiner Zeit gefährdet gewesen. Man werde untersuchen, wie es zu der Verwechslung kommen konnte, sagte ein Sprecher des Unternehmens mit Sitz am Flughafen Köln/Bonn.

"Der Pilot sagte, er hätte keine Ahnung, wie das geschehen konnte", erzählt Cooke. "Er sagte, dass das niemals zuvor passiert wäre und dass die Crew herausfinden würde, was wir tun können." Zweieinhalb Stunden hätten sie vor dem erneuten Abflug auf der Landebahn in Schottland gestanden. Es sei sehr frustrierend gewesen, "die Toiletten waren blockiert, und es gab keine Snacks mehr. Außerdem wurde es total muffig".

Der Passagier Son Tran beschwerte sich per Twitter bei British Airways. "Obwohl es ein interessantes Konzept ist, glaube ich nicht, dass sich jeder an Bord für diese Rätsel-Reiselotterie angemeldet hat." Die Fluglinie reagierte auf dem Kurznachrichtendienst, indem sie zunächst angab, dass der Flug aus unbekannten Gründen nach Edinburgh "umgeleitet wurde", später entschuldigte sie sich.

"Hat niemand aus dem Fenster geschaut und wurde misstrauisch, als sie nach zehn Minuten nicht über Wasser geflogen sind?", fragte sich ein Twitter-Nutzer. "Dass nicht eine einziger Passagier sich gewundert hat, dass die Sonne im Westen aufzugehen schien...", schreibt ein anderer.

Von der schottischen Stadt aus flog die Maschine mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung nach Düsseldorf. Flug BA 3271 sei dort gegen 13 Uhr gelandet, sagte ein Düsseldorfer Flughafensprecher.

abl/dpa

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insgesamt 60 Beiträge
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Seite 1
bauerbernd 25.03.2019
1. Ist doch auch mal ganz nett
Ist doch auch mal ganz nett - immer flexibel bleiben
duanehanson 25.03.2019
2. Generation doof
Unglaublich, ich sitze immer am Fenster und würde es schnell merken, wenn wir falsch fliegen. Sagen würde ich vermutlich nüscht, Edinburgh ist sicher schöner als Düsseldorf. Aber wenn beim Flug nach einer Viertelstunde kein Ärmelkanal ist Sicht ist, sagt KEINER was? Merkwürdig. Außerdem mache ich gerne auf dem Flug mein Navi an ...
HansenDampf 25.03.2019
3. Überhaupt jemand?
"While an interesting concept, I don't think anyone on board has signed up for this mystery travel lottery..." würde ich in der Mitte eher mit "...glaube ich nicht, dass irgend jemand an Bord..." statt mit "glaube ich nicht, dass sich jeder an Bord " übersetzen.
alt-nassauer 25.03.2019
4. Little Britain...
Die Piloten haben den Testflug ohne EU doch Erfolgreich abgeschlossen. Die EU wird aus allen Kartenwerken der britischen Flug- und Schifffahrtsgesellschaften gestrichen. Somit fliegt und umschifft man nur "Little Britain". Wer in Zukunft nach Mallorca will, der landet in Zukunft auf Gibralta... Es gibt nur noch Inlandflüge und Schiffsreise entlang der britischen Küste. Wahrscheinlich wird die EU auf den Karten als weißer Fleck dargestellt, nur die Insel Schweiz wird sichtbar sein. Natürlich noch die Färöer-Inseln, Island, Norwegen und alles was der britischen Krone unterstellt ist.
haarer.15 25.03.2019
5. Verwechslung
Hmm - bedenklich. Man weiß bei BA nicht, wie es dazu kommen konnte. Soll das jetzt ein Vorgeschmack darauf sein, was den Insulanern in Brexit-Zeiten noch alles an Irrtümern blühen wird ?
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