Brüssel, EU-Generaldirektion für Energie und Verkehr Der Sicherheitsanalytiker


Eigentlich erwartet man in dem Altbau an der Rue Demot kein frisches Denken. Der beige Klotz, Domizil des EU-Referats für Gefahrenabwehr im Luftverkehr, wirkt etwa so muffig wie Sozialer Wohnungsbau aus den siebziger Jahren. Tatsächlich ist auch nicht ganz klar, woher nun plötzlich der frische Wind weht. Von den Fluggesellschaften, heißt es, die machten Druck, dass sich etwas ändere bei den Passagierkontrollen. Und tatsächlich, vom Leiter des Referats, dem Deutschen Eckard Seebohm, kolportiert man in Brüssel den Satz, man wolle der Industrie zeigen, dass bei der EU keineswegs Sturköpfe säßen, die immer nur die Vorschriften verschärften.

Fest steht, dass Seebohms vorgesetzte Generaldirektion Energie und Verkehr jetzt eine Machbarkeitsstudie zu "Trusted Traveller"- Programmen in Auftrag gibt – der erste, wenn auch noch vorsichtige Schritt in diese Richtung. "Wir müssen uns fragen, ob das System an sich selbst erstickt, wenn wir bei den Flugsicherheitskontrollen immer mehr aufschichten", begründet Seebohm die Initiative. Mit "jeder Schippe, die wir drauflegen, knirscht es mehr im Gebälk".

Wer darf in die Gruppe der Guten?

Die Studie soll nun zeigen, ob sich mit Registrierungsprogrammen Fluggäste schneller durchschleusen lassen, und zwar ohne Einbußen für die Sicherheit. Da geht es dann auch um die Frage, was man den Teilnehmern guten Gewissens überhaupt an Vergünstigungen anbieten kann – bei Testläufen in den USA, etwa am Flughafen von Orlando, dürfen sie zwar eine extra für sie reservierte Spur nutzen, aber die Schuhe ausziehen und den Gürtel ablegen müssen sie trotzdem.

Vielleicht, überlegt Seebohm, könnte man ja in der Schnellspur weniger Handgepäck-Stichproben machen. Denn immerhin zehn Prozent der Taschen, so die Vorschrift, müssen geflöht werden, selbst wenn die Sonde vorher nicht angeschlagen hat. Möglicherweise reiche für die handverlesenen Passagiere dann ja die Hälfte.

Das Hauptproblem, für das die Studie Antworten finden soll, ist allerdings ein anderes: Wer darf hinein in die Gruppe der Guten, und bedeutet das nicht umgekehrt, dass jeder, der draußen bleibt, als möglicher Terrorist gebrandmarkt ist?

<b>Lesen Sie hier den letzten Teil: Berlin, Innenministerium - Die Sicherheitszukunft</b>



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Seite 1
Paolo, 31.01.2007
1.
---Zitat von sysop--- Die Terrorbedrohung hat zu immer schärferen Sicherheitskontrollen auf Flughäfen geführt. Viele Passagiere klagen über die zeitaufwändigen Prozeduren. Sollten vertrauenswürdige Fluggäste bevorzugt abgefertigt werden? Welche anderen Alternativen gibt es? ---Zitatende--- Wir haben zwar eine Zweiklassengesellschaft, was die "Unterbringung der Passagiere im Flieger angeht. Aber das jetzt eine Zweiklassengesellschaft eingeführt wird, die nach dem Prinzip des Nasenfaktors läuft - denn was anderes ist ja wohl das "Vertrauenswürdige" wohl kaum - setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Oder besser: Turban. Denn diese Passagiere dürften ab sofort nur noch im Anhänger mitfliegen...
fx33 31.01.2007
2.
---Zitat von sysop--- Die Terrorbedrohung hat zu immer schärferen Sicherheitskontrollen auf Flughäfen geführt. Viele Passagiere klagen über die zeitaufwändigen Prozeduren. Sollten vertrauenswürdige Fluggäste bevorzugt abgefertigt werden? Welche anderen Alternativen gibt es? ---Zitatende--- Welche Terrorbedrohung? Über diese ach so gefähliche Bande von islamistischen Flüssigsprengstoffmixern hat man nie wieder etwas gehört. Experten haben das ohnehin für Humbug gehalten, daß an Bord eines Flugzeugs Sprengstoff zusammengemixt werden kann. Es geht darum, die Terror*angst* am Köcheln zu halten, weil sich so für die Staaten der westlichen Welt, die ja über gewisse Freiheitsrechte für ihre Bürger verfügen, ein Überwachungsinstrumentarium zurechtbasteln können, was Sie ohne diese Angst nie im Leben gegen ihre Bevölkerung durchsetzen könnten. Diese Regelung mit den Flüssigkeiten an Bord ist absoluter Quatsch und soll nur die Aufmerksamkeit davon ablenken, daß im Hintergrund noch ganz andere Sachen passieren.
takeo_ischi 31.01.2007
3.
---Zitat von sysop--- Die Terrorbedrohung hat zu immer schärferen Sicherheitskontrollen auf Flughäfen geführt. Viele Passagiere klagen über die zeitaufwändigen Prozeduren. Sollten vertrauenswürdige Fluggäste bevorzugt abgefertigt werden? Welche anderen Alternativen gibt es? ---Zitatende--- Wenn die letzten Jahre des Terrorismus eines gezeigt haben ist es, daß niemand als absolut vertrauenswürdig eingestuft werden kann. Gelte ich als vertrauenswürdig wenn ich regelmäßig die gleiche Strecke fliege und bei allen bisherigen Kontrollen nichts Verdächtiges dabei hatte? Das würde nicht funktionieren. Ein Terrorist kann auch erst 20-mal mit einem 'falschen Hasen' einchecken und beim 21sten Mal dann, wenn er durchgewunken wird die Bombe dabei haben. Oder ist der automatisch vertrauenswürdig, der wichtige Fürsprecher hat, oder im Auftrag rennomierter Unternehmen unterwegs ist? Auch das würde nicht Funktionieren, da er ebenso käuflich sein könnte. Oder bin ich vertrauenswürdig wenn ich kein bärtiger Moslem bin? Das wäre noch absurder, außerdem diskriminierend und nicht grundgesetzkonform. Die einzige Variante die nicht bloße Augenwischerei und Scheinsicherheit wäre, ist die zusätzliche Anstellung von Sicherheitspersonal und die Ausweitung der Parallelabfertigung. Wobei dies dann wieder durch 'Ticketpreisanpassungen' auf den Kunden zurückfallen würde. Da würde dann erst das richtige Gezeter losgehen. Ich sehe gerade keine bessere Lösung als die Situation zu ertragen. Obwohl, eventuell könnte man separate 'Premium-Nutzer-Schalter' einführen. Deren Benutzung dann zwar teurer, aber dafür express wäre. Wenn sowieso die Firma des unter Zeitdruck Handlungsreisenden den Sonderkontrolleur finanziert wäre das doch eine feine Sache. Nachteil wäre eine sichtbare Zweiklassengesellschaft, die zum Unmut der Pauschalreisenden führen könnte. Aber dies wäre dann z.B. organisatorisch oder baulich zu lösen.
Reziprozität 31.01.2007
4.
---Zitat von sysop--- Die Terrorbedrohung hat zu immer schärferen Sicherheitskontrollen auf Flughäfen geführt. Viele Passagiere klagen über die zeitaufwändigen Prozeduren. Sollten vertrauenswürdige Fluggäste bevorzugt abgefertigt werden? Welche anderen Alternativen gibt es? ---Zitatende--- "Vertrauenswuerdige" Flugpassagiere, mit welchen Kriterien soll denn da eine Kategorisierung vorgenommen werden? Da sich die bis dato aus diversen Datanbankcocktails verquirlten Informationen ueber den "gruenen", "gelben" oder gar "roten" Status eines Passagiers (man erinnere sich an Cat Stevens und Edward Kennedy) allzuoft als grob falsch erwiesen haben, scheint es mir fuer potentielle Anschlagstaeter ein Leichtes zu sein sich den V-VIP-Status zuzulegen. Im Ergebnis waere das eine signifikante Verschlechterung der Flugsicherheit. @fx33: Sie haben vollkommen Recht! Nun muesste man den Verantwortlichen nur noch stecken, dass man bspw. aus Schiessbaumwolle Papier oder gar Stoffe, vulgo Buchseiten, herstellen kann, dann stehen bald alle im Eva-/Adamskostuem im Jet, denn den Sitzbezuegen kann man ja dann auch nicht mehr trauen... :-o
Marquis d`Anjou, 31.01.2007
5.
Orwells Vision u.Utopie hat uns mit erschreckender Wirklichkeit nicht einge- sondern bereits überholt. Was vor 9/11 bereits in den Köpfen derer schlummerte, die sich Sicherheits-Experten, Heimat-Schützer, Geheim-Dienstler, Daten-Verantwortlicher, Anti-Terror- Spezialisten etc...etc..nennen, haben in einer Art Blitz-Krieg der zivilisierten Welt ihr Sicherheits-Konzept übergestülpt und demontieren unter den Namen des Terrors die Freiheit. Anscheinend ist es noch wahrlich wenigen Menschen bewusst das jene Freiheit-1789- kein Kolateral-Schaden ist? Wir verlieren jene Freiheit an eine abstrakte Sicherheit die uns tagtäglich auf eine besondere paranoide Art und Weise in die Gehirne gehämmert wird. Freiheit, jene höchste Errungenschaft der zivilisierten Menschheit,ist in höchster Gefahr auszusterben.
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