Buch und Netflix-Serie "Unser Planet" So schön ist die Welt. Noch.

Ein gigantisches Film- und Buchprojekt will wachrütteln: In acht einstündigen Folgen und einem Bildband zeigt "Unser Planet", wie großartig und vielfältig diese Erde ist. Und wie bedroht.

Vincent Munier/ Unser Planet

Der Adélie-Pinguin segelt im hohen Bogen aus dem Wasser aufs Eis. Wie lange kann er das noch in der Antarktis? Die Buckelwale ziehen majestätisch durch tiefblaue Meer. Ist auch ihr Magen voller Plastik? Ein Flachlandgorilla späht ins dichte Grün des kongolesischen Dschungels. Wie nah sind die Waldarbeiter, die mit Kettensägen die Regenwaldbäume abholzen?

Die Bilder, die "Unser Planet" zeigt, sind idyllisch schön. Von der Gefahren, die den Tieren und ihrem Ökosystem durch Klimawandel und Umweltzerstörung droht, ist auf dem ersten Blick nichts zu erkennen. Und dies ist auch das Konzept des Bilder in dem Buch, das eine achtteilige Netflix-Serie begleitet.

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Netflix-Serie und Buch "Unser Planet": Die Ökosysteme der Welt

"Bevor sich Menschen um etwas sorgen könne, müssen sie es erst einmal lieben lernen", sagt David Attenborough, der legendäre britische, inzwischen 92-jährige Tierfilmer und Sprecher der Netflix-Serie im Original, im SPIEGEL-Interview. "Die meisten Leute haben heutzutage keine Bindung mehr zur Natur. Deshalb zeigen viele meiner Sendungen, wie wundervoll, außergewöhnlich und aufregend sie ist." Und das zeigen auch die jeweils einstündigen Netflix-Filme.

In Text und Film geht es natürlich dann doch darum, wie sich die Welt bereits verändert hat. Aber auch um "Geschichten aus jedem Winkel der Welt, die von der Resilienz, also der Widerstandsfähigkeit der Natur zeugen - und die zeigen, wie sie wieder erneuert werden kann", kündigt der Dumont-Verlag an.

Einer der Macher von Buch und Serie ist der britische Regisseur und Produzent Alastair Fothergill, der auch die großartigen BBC-Dokumentationen "Unser blauer Planet" und "Planet Erde" sowie den Kinofilm "Unsere Erde" verantwortete. Vier Jahre lang dauerten die Dreharbeiten in 50 Ländern rund um die Welt, 600 Crewmitglieder waren dabei.

Das Projekt in Kooperation mit dem WWF führt durch Ökosysteme wie "Eiswelten", "Wüste", "Dschungel" oder "Hochsee". Dazu gibt es Hinter-den-Kulissen-Szenen wie im Golf von Kalifornien, wo mittels Drohnentechnologie einzigartige Aufnahmen von einem Blauwal gelangen, ein Mitglied der Filmcrew aber auch verletzt wurde. Die Fotos im Buch stammen wiederum von bekannten Tierfotografen wie Art Wolfe, Paul Nicklen, George Steinmetz, Anup Shah, Ingo Arndt oder Frans Lanting,

Fazit David Attenboroughs auch aus diesem Projekt - und da ist er sich nicht nur mit den Schülerdemonstranten von "Fridays for Future" einig: "Ob wir es anerkennen oder nicht, wir sind vollkommen von der Natur abhängig. Sie versorgt uns mit jedem Bissen Nahrung und jedem Atemzug. Sie ist das wertvollste, was wir haben, und wir müssen sie beschützen. Unsere Zukunft hängt von unserem Vermögen ab, jetzt zu handeln."

abl



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