Festnahme am Singapurer Flughafen Aus Liebe zu weit gegangen

Bis ans Flughafen-Gate wollte ein Ehemann seine Frau in Singapur begleiten - und kaufte sich dafür sogar ein eigenes Ticket. Dafür drohen dem 27-Jährigen nun bis zu zwei Jahre Haft.
Changi Airport in Singapur: Abflugbereich in Terminal 4

Changi Airport in Singapur: Abflugbereich in Terminal 4

Foto: MJ_Prototype/ Getty Images

Millionen Passagiere wählen den Changi Airport regelmäßig zum beliebtesten Flughafen der Welt. Ein 27-Jähriger hingegen wird den Flughafen von Singapur wohl kaum wegen seines Komforts in Erinnerung behalten.

Um seine abreisende Frau nicht schon im Check-in-Bereich, sondern erst am Gate verabschieden zu müssen, hatte der Mann sich sogar ein eigenes Flugticket gekauft. Doch im Transitbereich wurde sein Kavaliersgang von der Polizei abrupt gestoppt. Der Vorwurf: Missbrauch der Bordkarte.

Weil der Mann laut einem Facebook-Post  der Singapore Police Force selbst gar nicht die Absicht hatte zu fliegen, droht ihm nun eine Geldbuße von umgerechnet bis zu 13.000 Euro oder sogar eine bis zu zweijährige Freiheitsstrafe. Er ist nicht der Erste, den die strenge Flughafenvorschrift trifft: Seit Jahresbeginn hat die Polizei nach eigenen Angaben am Changi Airport bereits 33 Personen wegen "Missbrauch des Boardingpasses" festgenommen. Im vergangenen Jahr waren es 40.

Darunter eine 20-Jährige , die sich laut einem Bericht von "Chanel News Asia" eigens ein Flugticket gekauft hatte, um im Transitbereich des Changi Airports eine koreanische Musikband zu treffen. Die "Straits Times" berichtet von einem Mann und einer Frau, die im September 2016 den Transitbereich mit gültigen Bordpässen betreten hatten, um ein Smartphone zu kaufen  und ebenfalls festgenommen wurden.

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Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt hingegen wäre solch ein strafbares Szenario wie in Singapur nicht denkbar. "Laut einer EU-Regelung ist jeder, der im Besitz einer gültigen Bordkarte ist, zum Zutritt des Sicherheitsbereichs berechtigt. Ob der Bordkartenbesitzer tatsächlich in den Flieger steigt und wie mit seinem Nichterscheinen umzugehen ist, ist Sache der Airline", sagt eine Fraport-Sprecherin dem SPIEGEL.

Ein Passagier mit Bordkarte, aber ohne Flugabsicht stellt grundsätzlich kein Sicherheitsproblem dar, erklärt ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt. "Der- oder diejenige muss auf dem Weg zum Gate genau wie alle anderen Passagiere die Sicherheitskontrollen durchlaufen."

Ein Tipp der Fraport-Sprecherin: Wer Angehörige bis ans Gate begleiten möchte, sollte sich bei der Airline nach einer Begleitbordkarte erkundigen. Das sei in Sonderfällen möglich. So spare man sich auch unnötige Ticketkosten.

ele
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