China Frühere Atomwaffenbasis wird zur Touristenattraktion

Neue Attraktion im Nordwesten von China: Das Land lädt Touristen dazu ein, eine riesige ausrangierte Atomwaffenbasis zu besichtigen. Hier wurden noch vor wenigen Jahren Nuklearwaffen entwickelt.

Bei der in China üblichen Geheimniskrämerei zu Waffenprogrammen ist diese Attraktion ein ungewöhnlicher Schritt: Wo früher auf einer Fläche von 1100 Quadratkilometern Atomwaffen entwickelt und gelagert wurden, sollen bald Touristen mit Kameras und Lunchpaketen einfallen. Die abgelegene Atomwaffenbasis in der nordwestchinesischen Provinz Qinghai wurde 1958 eröffnet und war bis Ende der achtziger Jahre in Betrieb. China wurde im Jahr 1964 zur Atommacht.

"Die Basis soll zu einem wichtigen Reiseziel werden, und gleichzeitig den patriotischen Geist der Chinesen verstärken", sagte Zuo Xumin, ein Sprecher der Region, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua. Die unterirdischen Kontrollräume, in denen sich früher Forschungslabore, Elektrogeneratoren und Telegraphenstationen befanden, wurden ausgeräumt – nur noch leere Betonkeller sind davon übrig.

Immerhin wird ein Museum Exponate aus der Geschichte der Atombasis zeigen. Gäste sollen wohl mehr durch die Geschichte des Ortes angelockt werden als durch die Tatsache, dass es tatsächlich viel zu sehen gibt. In der Umgebung entstehen derzeit zahlreiche Hotels und Restaurants, weil die Betreiber mit einem gewaltigen Touristenansturm rechnen.

sto/Reuters