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Hochgeschwindigkeitszug aus China: Über 600 km/h auf der Teststrecke

Foto: Florian Kleinschmidt/ dpa

Rekordversuch auf der Schiene Chinesischer Hightech-Zug soll 604 km/h erreicht haben

China testet die Grenzen des Schienenverkehrs: Ein Hochgeschwindigkeitszug soll einen Rekord von über 600 Stundenkilometer aufgestellt haben. Das wäre das höchste Tempo, das je ein Schienenfahrzeug erreicht hat.

Der Trend auf der Innotrans lautet: leichter, effizienter, sparsamer. Auf der Verkehrstechnikmesse in Berlin werden Hybridzüge und Neuheiten wie der lediglich 249 km/h fahrende ICx bei der Deutschen Bahn sowie Aluminium-U-Bahnen für Warschau vorgestellt. Doch das Hochgeschwindigkeitsland China hält dagegen - ihr neuer Testzug, den der Hersteller CSR als Modell im 1:10-Format in der Hauptstadt ausstellt, soll ein Tempo von mehr als 600 km/h erreicht haben.

Der silberne Zug, der unter dem Namen CRH380AL schon im Dezember 2011 präsentiert wurde, zeigt zwei Gesichter: Die Form des Bugs - eine lange spitz zulaufende Nase - soll laut dem Hersteller CSR durch ein Schwert inspiriert worden sein, das Heck durch eine Rakete, die in den Himmel abhebt. Auf einem Testgelände in Qingdao im Osten Chinas habe das Gefährt, das an den japanischen Shinkansen erinnert, kürzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 604 km/h erreicht, teilte der Hersteller mit. Offiziell ist der Rekord jedoch noch nicht. Der CRH380AL besteht aus sechs Teilen und hat eine Leistung von 22.800 Kilowatt.

Der Vorgänger des Projektzuges, der CRH380A, hatte im Dezember 2010 eine Geschwindigkeit von 486,1 km/h erreicht und damit den neuen Rekord für serienmäßige Triebwagenzüge aufgestellt. Heute ist die auch "Harmony Express" genannte Highspeedbahn mit 250 bis 300 km/h auf den Strecke Peking-Shanghai unterwegs. Den Rekord für reguläre Bahnstrecken hält ein modifizierter französischer TGV, der 2007 bei einer Testfahrt 574,8 km/h erreichte. Eine japanische Magnetschwebebahn kam 2003 schon auf 581 km/h.

Auf den Alltag auf der Schiene hat der neue Rekord aus dem Land des weltweit längsten Schienennetzes für Hochgeschwindigkeitszüge wenig Auswirkungen. Experten halten Zuggeschwindigkeiten über 360 km/h für unsinnig - der Luftwiderstand und das Abbremsen bei kürzeren Entfernungen zwischen den Bahnhöfen machen den Betrieb unrentabel. Und hier kommen wieder die neuen Trends auf der Innotrans ins Spiel: Immer wichtiger wird in Zeiten des knapper und teurer werdenden Erdöls ein energieeffizienteres Verkehrsmittel auf Schienen.

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