Parteikongress in Peking China sperrt Tibet für Touristen

Nur alle fünf Jahre findet der Parteikongress in Peking statt. Chinas Regierung hat nun für diese Zeit zehn Tage eine Einreisesperre nach Tibet für Touristen verhängt.

Lhasa in Tibet
REUTERS

Lhasa in Tibet


Kurz vor dem wichtigsten politischen Treffen des Jahres hat Chinas Regierung einen Bann für Ausländer verhängt, die nach Tibet reisen wollen. Am 18. Oktober beginnt der nur alle fünf Jahre stattfindende Parteikongress in Peking. Während dieser Zeit sollen Ausländer für zehn Tage nicht mehr in die Region reisen dürfen. Das bestätigten mehrere Reiseagenturen in der tibetischen Stadt Lhasa und in Peking der Nachrichtenagentur dpa.

Den Agenturen sei mündlich mitgeteilt worden, dass die dafür benötigte Genehmigung erst wieder nach Ende des Parteitreffens ausgestellt würde. Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise diesbezüglich nicht geändert.

Vor wichtigen politischen Treffen oder Jahrestagen hat China in der Vergangenheit Urlaubern immer wieder den Zugang nach Tibet verboten. Aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über die Tibeter kam es in der Region schon oft zu Unruhen. Seit 2009 haben sich mehr als 120 Tibeter selbst angezündet, um gegen die chinesische Politik in den tibetisch bewohnten Gebieten zu protestieren.

Es wird erwartet, dass Staatschef Xi Jinping beim anstehenden Parteikongress seine Macht weiter ausbauen will, indem er wichtige Posten in der Regierung mit engen Vertrauten besetzt. Beobachter hoffen, dass das Schlüsseltreffen auch Erkenntnisse über den weiteren wirtschaftlichen Kurs bringen wird.

kry/dpa



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neanderspezi 27.09.2017
1. Zum Parteikongress der KPCh haben Tibeter unauffällig zu bleiben
Hier zeigt sich mal wieder, wie eine Partei mit einer Machtkonzentration wie in China, mit unterworfenen Landesteilen wie Tibet und einer Bevölkerung mit abweichender Kultur und Interessen, umzuspringen beliebt, wenn für anderthalb Wochen Machtdemonstration im Zentrum ihrer Macht auf der Tagesordnung steht. Die Zuwendung, die die KPCh den zwangsweise angegliederten Bevölkerungen entgegenbringt, beschränkt sich auf Vereinnahmung und Kontrolle und dass Tibet die Weltöffentlichkeit an den wichtigsten Parteitagen der solitär aufgestellten Machtkonfiguration auch nur auf ihr eingeschränktes Existenzrecht aufmerksam machen könnte, passt dieser machtbesessenen Partei absolut nicht ins Konzept.
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