Konflikt Grenze zwischen China und Nordkorea für Touristen geschlossen

Die Kriegsdrohungen aus Pjöngjang isolieren Nordkorea immer mehr. Nun ist Touristengruppen die Einreise vom chinesischen Grenzort Dandong nicht mehr erlaubt. Unklar ist noch, welches Land das Verbot initiiert hat.

Blick über den Fluss Yalu: Vom chinesischen Dandong aus kann man Nordkorea sehen
Getty Images

Blick über den Fluss Yalu: Vom chinesischen Dandong aus kann man Nordkorea sehen


Peking - Von der chinesischen Stadt Dandong aus können Touristen zwar nach Nordkorea gucken, neuerdings aber nicht mehr dorthin reisen. Der wichtigste Grenzübergang zwischen den beiden Ländern ist für zahlreiche Ausländer nach chinesischen Angaben geschlossen worden. Unklar blieb dabei, ob die Sperrung der Grenze von Nordkorea oder von China veranlasst wurde.

"Es ist Reisebüros nicht mehr erlaubt, Touristengruppen dorthin zu bringen, da die nordkoreanische Regierung Ausländer bittet, das Land zu verlassen", sagte ein chinesischer Grenzbeamter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Seines Wissens könnten Geschäftsleute nach Nordkorea aber "frei einreisen und es verlassen".

Die Mitarbeiterin eines Reisebüros in der Grenzstadt Dandong bestätigte AFP, dass die örtlichen Behörden den Touranbietern Reisen nach Nordkorea untersagt hätten. Den Behörden zufolge sei die Entscheidung auf ein Einreiseverbot Nordkoreas zurückgegangen, sagte sie. Eine Sprecherin eines Reiseveranstalters sagte: "Alle Reisen nach Nordkorea wurden von heute an gestoppt, und ich weiß nicht, wann sie wieder aufgenommen werden."

Ein AFP-Fotograf beobachtete an dem Übergang über den Grenzfluss Yalu am Mittwoch dennoch Lastwagen, Autos und Minibusse, welche die Brücke in beide Richtungen überquerten. Auch ein Zug fuhr demnach von China nach Nordkorea.

Auch deutsche Veranstalter, die Nordkorea im Programm haben, hatten jüngst Reisen nach Pjöngjang abgesagt. Die aggressive Rhetorik des Machthabers Kim Jong Un hätten potentielle Kunden zu sehr verunsichert, heißt es vonseiten der Unternehmen. Das Auswärtige Amt empfiehlt, von Reisen, "die nicht notwendig sind", derzeit abzusehen. Eine militärische Aktion seitens Nordkoreas könne nicht ausgeschlossen werden.

Das kommunistische Nordkorea hat in den vergangenen Wochen immer wieder Angriffsdrohungen gegen Südkorea und die USA ausgesprochen. Zudem ließ die Regierung in Pjöngjang zwei Mittelstreckenraketen an die Ostküste des Landes verlegen und installierte sie auf mobilen Abschussrampen. Experten rechnen damit, dass Pjöngjang die Raketen noch in dieser Woche starten lässt.

China ist einer der wenigen Verbündeten und ein wichtiger Wirtschaftspartner Nordkoreas. Zuletzt äußerte sich aber auch die Regierung in Peking kritisch über die Provokationen Pjöngjangs.

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Reiseziel Nordkorea: Berge und Beton

jus/Reuters/AFP



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