Chinesische Speisekarten Kein "steamed crap" für Olympia-Besucher

Schluss mit "Chinglish" am Essenstisch: Pünktlich zu den Olympischen Spielen sollen Chinas englischsprachige Speisekarten frei von peinlichen Übersetzungsfehlern sein. Eine Gruppe von Linguisten arbeitete monatelang - perfekt sind die Übersetzungen trotzdem immer noch nicht.


Peking - Hungrige ausländische Gäste sollen bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 nicht mit bizarren Übersetzungen auf Speisekarten kämpfen müssen. Das Tourismusbüro veröffentlichte deswegen eine Liste mit 2753 Namensvorschlägen für Gerichte und Getränke, die verwirrende und manchmal lächerliche englische Übersetzungen ersetzen sollen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete. Gerichte mit Bezeichnungen wie "Jungfräuliches Huhn" (für eine Speise mit jungem Huhn) oder "Verbrannter Löwenkopf" (für Schweinefleischbällchen chinesische Art) sollen dann der Vergangenheit angehören.

Dasselbe gilt für "steamed crap" (gedünsteter Mist) anstelle von "steamed carp" (gedünsteter Karpfen). Die neuen Vorschläge stützen sich auf die Zutaten eines Gerichts, die Zubereitungsart, den Geschmack oder den Namen eines Orts oder einer Person. Insgesamt 20 Sprachexperten waren seit März 2006 mit der Liste beschäftigt, ihren eigenen Charme behalten manche der Bezeichnungen trotzdem, weil einzelne Zutaten per Bindestrich getrennt werden: "Mushroom-Duck's Foot" heißt eine Speise mit Pilzen und Entenfüßen. Wenn eine endgültige Entscheidung über die Namen auf der Liste gefallen ist, sollen sie landesweit auf Speisekarten Verwendung finden.

sto/AP



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