Chronologie Wie das Wattenmeer zum Welterbe wurde


Hannover/Kiel - Die Anerkennung des deutsch-niederländischen Wattenmeeres als Welterbe der Menschheit ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Bis zur Nominierung bei der Unesco Anfang 2008 war es ein steiniger Weg. Ursprünglich hatten auch Hamburg und Dänemark das Vorhaben unterstützt, scherten dann aber aus.

Wichtige Stationen:

  • 1978: Die drei Wattenmeerstaaten Deutschland, Dänemark und die Niederlande vereinbaren bei der ersten Wattenmeer-Konferenz eine bessere Zusammenarbeit beim Schutz des einzigartigen Naturraumes.
  • 1980: Die drei Staaten verzahnen ihre Wattenmeer-Forschung.
  • 1985: Ein gemeinsames Sekretariat soll die Arbeit koordinieren. Es startet zwei Jahre später im niedersächsischen Wilhelmshaven.
  • 1986: Ein Jahr nach Schleswig-Holstein wird das Wattenmeer auch in Niedersachsen zum Nationalpark. Hamburg folgt erst 1990.
  • 1991: Bei ihrer sechsten Wattenmeer-Konferenz einigen sich die drei Länder auf eine Bewerbung ihrer gemeinsamen Wattflächen für das Unesco-Welterbe. Es soll ein gemeinsames Schutzgebiet entstehen, in dem grenzübergreifend dieselben Bestimmungen gelten.
  • 1992: Die Unesco erkennt das hamburgische, niedersächsische und schleswig-holsteinische Wattenmeer als Biosphärenreservat an.
  • 1994: Die siebte Wattenmeerkonferenz beschließt, die Nominierung als Weltnaturerbe-Gebiet bis spätestens 1997 einzureichen.
  • 1997: Im "trilateralen Wattenmeerplan" verpflichten sich die drei Staaten nach zähem Ringen auf grenzübergreifende Schutzvorgaben.

    Ewird klar, dass die Kooperation am Watt wegen unterschiedlicher nationaler Interessen und Gesetzen schwierig ist. In Sachen Welterbe kann die Frist nicht eingehalten werden. Vielerorts ist die Verunsicherung über mögliche Folgen der Auszeichnung zu groß.
  • 2000: Der englische Professor Peter Burbridge bescheinigt der Welterbe-Bewerbung beste Erfolgsaussichten.
  • 2001: In Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein verstärken sich politische Diskussionen über das Für und Wider der Anmeldung.
  • 2002: Walter Hirche (bis 2009 Niedersachsens Wirtschaftsminister für die FDP) wird Präsident der Deutschen Unesco-Kommission.
  • 2003: Die Welterbe-Nominierung stockt. Das Staaten-Trio will Bewohnern und Nutzern des Wattenmeeres mehr Mitspracherecht einräumen, weil sie bisher zu wenig beteiligt gewesen seien.
  • 2005: Bei der zehnten Wattenmeer-Konferenz wird klar, dass Dänemark seinen Teil des einzigartigen Küstenstreifens zunächst nicht nominieren will. Dort soll erst ein Nationalpark realisiert werden.
  • 2008: Der Hamburger Senat lehnt eine Anmeldung des vor der Elbmündung gelegenen Hamburgischen Wattenmeeres aus Angst um die geplante Elbvertiefung ab. Trotz des kurzfristigen Ausstiegs melden der Bund, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und die Niederlande das Wattenmeer Ende Januar als Welterbe an - auch ohne die Flächen der Hansestadt und des bereits 2005 abgesprungenen Dänemarks.
  • 2009: Die Unesco spricht dem Wattenmeer den Titel Welterbe zu.

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