Crash-Bilanz Zahl der Toten im Luftverkehr nahm deutlich ab

Weltweit gibt es immer weniger tödliche Flugzeugunfälle. Die größeren europäischen Airlines bleiben im vergangenen Jahr sogar frei von Todesopfern. Allerdings ist die Situation in einigen afrikanischen Ländern und auch in Brasilien und Indonesien weiterhin kritisch.


Hamburg/Genf – Der Luftverkehr wird sicherer: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Todesopfer bei Flugunfällen weltweit auf 751 gesunken. Wie die Fachzeitschrift "Aero International" berichtet, bedeutet das einen Rückgang um 14 Prozent im Vergleich mit 2006. Im Jahr 2005 waren es sogar noch 1054 Todesopfer. Die Durchschnittsrate von rund 1200 Unfalltoten in den achtziger und neunziger Jahren im zivilen Luftverkehr wurde damit erneut deutlich unterboten. Dabei hat sich der Verkehr seit 1984 verdreifacht. Im vergangenen Jahr ereigneten sich laut dem Bericht drei schwere Unglücke mit jeweils mehr als hundert Toten - allesamt fern von Europa.

Unfall auf Phuket: Im September rutschte eine MD-82 von der Landebahn
AFP

Unfall auf Phuket: Im September rutschte eine MD-82 von der Landebahn

Deutlich gestiegen ist nach der Aufstellung die Zahl der schweren Flugunfälle, bei denen das Flugzeug irreparabel beschädigt wurde. Es gab 52 (plus neun) dieser in der Luftfahrtsprache als "Hull-losses" (Rumpfbruch) bezeichneten Unfälle, also statistisch jede Woche einen. Darunter war auch der bislang teuerste Fall, als im November ein brandneuer A340-600 wenige Tage vor der Auslieferung im Airbuswerk Toulouse gegen eine Mauer fuhr. Der Schaden wird laut Blatt auf 180 Millionen Dollar geschätzt.

Kritisch ist die Situation dem Bericht zufolge nach wie vor in einigen afrikanischen Ländern. Sorgen bereiten den Luftfahrtexperten nach wie vor auch Brasilien, Indonesien, Thailand und die Türkei. Hier ereigneten sich die fünf schwersten Flugzeugkatastrophen des Jahres 2007.

Drei tödliche Unglücke in Indonesien

Die brasilianische Metropole São Paulo war Schauplatz des schlimmsten Unglücks 2007, als ein vollbesetzter Airbus A320 über die Piste hinausschoss, gegen Gebäude prallte und in Flammen aufging. Besonders die indonesische Luftfahrt war im Jahr 2007 betroffen. Gleich drei Passagierjets gingen in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres verloren. Dabei starben insgesamt 123 Menschen.

Die größeren europäischen Airlines blieben frei von Todesopfern im Flugbetrieb, allerdings ereigneten sich einige Besorgnis erregende Zwischenfälle. So brach bei drei Flugzeugen des schwedischen SAS bei der Landung ein Hauptfahrwerk. Der betroffene Flugzeugtyp Bombardier Q400 wurde daraufhin stillgelegt.

Der unabhängige Flugunfall-Beobachter ACRO aus Genf meldete am Mittwoch 965 Todesopfer bei Flugunfällen für 2007. ACRO beschränkt sich jedoch nicht wie "Aero International" auf den kommerziellen Luftverkehr, sondern registriert alle Unfälle von Flugzeugen mit mindestens sieben Sitzen.



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