Statement nach Unglück Familie nimmt Abschied von Bergsteiger David Lama

Das letzte Lebenszeichen der drei vermissten Bergsteiger im kanadischen Gebirge kam vor drei Tagen. Nun gibt es kaum noch Hoffnung, sie lebend zu finden. Das zeigt auch ein Schreiben von David Lamas Familie.

Manuel Ferrigato/ Red Bull

Die drei Weltklasse-Bergsteiger David Lama, 28, Hansjörg Auer, 35, und Jess Roskelley, 36, sind allem Anschein nach bei einem Lawinenunglück in den kanadischen Rocky Mountains gestorben. Die Behörden in Kanada gehen nicht mehr davon aus, dass die beiden Österreicher und der US-Amerikaner noch lebend gefunden werden können. Danach hat sich nun Lamas Familie erstmals zu Wort gemeldet.

"David lebte für die Berge, und seine Leidenschaft für das Klettern und Bergsteigen hat uns als Familie geprägt und begleitet", schreiben Claudia und Rinzi Lama auf der Internetseite des vermissten Österreichers. "Er folgte stets seinem Weg und lebte seinen Traum. Das nun Geschehene werden wir als Teil davon akzeptieren."

Sie bedankten sich für die "zahlreichen positiven Worte und Gedanken von nah und fern", heißt es in dem Statement. Gleichzeitig kündigten Claudia und Rinzi Lama an, dass es keine weitere Stellungnahme von ihnen geben werde.

Vielmehr bitte man darum, "David mit seiner Lebensfreude, seiner Tatkräftigkeit und mit Blick Richtung seiner geliebten Berge in Erinnerung zu behalten". Die Familien von Hansjörg Auer und Jess Roskelly schlössen sie in ihre Gedanken ein, schrieben die Lamas.

Die drei Bergsteiger wollten laut Behörden den 3295 Meter hohen Howse Peak über eine schwierige Route an der Ostseite besteigen. Die kanadische Parkaufsicht geht inzwischen davon aus, dass die drei extrem erfahrenen Kletterer nicht mehr am Leben sind.

fok

Mehr zum Thema


insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gastundredner 19.04.2019
1. Leidenschaft
Die drei Bergsteiger haben ihre Träume und ihre Leidenschaft mit dem höchsten Preis bezahlt, mit ihrem Leben. Das Risiko war ihnen bewusst, schon tausende Male konnten sie es beherrschen, dieses letzte Mal war der Partner und Gegner, die Natur, zu abweisend, unerbittlich und endgültig und hat ihnen eine Überlebenschance verwehrt. Warum gingen sie in die Berge ? Weil sie da sind (George Mallory). Only the Good die young. Mögen ihre Familien und Freunde den tiefen Schmerz bewältigen können.
weisserb 19.04.2019
2. Also es tut mir ja leid für die Jungs,
aber warum macht man auch so einen gefährlichen Blödsinn. Ist doch klar, dass das irgendwann schief geht.
newline 19.04.2019
3. @2 Sie werden
wahrscheinlich in Ihrem Bett sterben. Warum legen Sie sich jeden Abend hinein?
karlheinztemmes 19.04.2019
4. HansJörg, David... ihr fehlt mir :(
Ich freue mich, Euch kennengelernt und vor allem schätzen gelernt zu haben. Euer Leben waren die Berge....stets auch immer das Risiko im Blick. Nun war es einmal zu viel... ich kann es immer noch nicht glauben. Nicht wirklich. Ich denke an Euch- Wir sehen uns wieder!
gastundredner 19.04.2019
5. Danke
Was diese drei an extremen Dingen in ihrem Leben geleistet haben, wozu sie fähig waren, wird ein Normalmensch nie begreifen können. Solche Bergsteiger und Kletterer sind physisch und psychisch absolute Ausnahmekönner. Sie lieben dieses intensive Leben, sind sich dabei der Nähe des Todes stets bewusst und würden nie ein Leben auf dem sicheren Sofa vorziehen. Und auch das Sofa oder der Reisebus, wie gerade auf Madeira, kann dem Risikoscheuen zum Verhängnis werden. Wie arm wäre die Welt ohne solche wagemutigen und kühnen Macher, die ihre eigenen Träume umsetzen können und uns anderen Träume geben, auch wenn es bei uns in der Umsetzung nur für den E5 reicht. Danke !!!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.