Demonstrationen in Bangkok Was Thailand-Reisende wissen müssen

Thailand-Reisende müssen in der Innenstadt von Bangkok vorsichtig sein: Auch rund um den touristisch interessanten Königspalast kann es zurzeit zu Demonstrationen kommen. Das Auswärtige Amt rät, Menschenansammlungen unbedingt zu meiden.

Königspalast in Bangkok: Touristen sollten Menschenansammlungen meiden
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Königspalast in Bangkok: Touristen sollten Menschenansammlungen meiden


Berlin - Touristen in Bangkok sollten größeren Menschenansammlungen in der Innenstadt derzeit unbedingt aus dem Weg gehen. Vor allem in der Gegend um das Demokratiedenkmal kommt es zu Massendemonstrationen. Die innenpolitische Lage ist aktuell sehr angespannt.

Tausende Regierungsgegner gingen am Montag auf die Straße. Trotz starker Polizeipräsenz sind rund tausend Gegner von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra in das Finanzministerium eingedrungen, später besetzten mehrere hundert Demonstranten das Gelände des Außenministeriums. Nach Angaben der Polizei zogen rund 30.000 Menschen durch die Hauptstadt Bangkok und skandierten "Raus mit euch!". Es ist die heftigste Protestwelle in Thailand seit den tödlichen Unruhen im Frühjahr 2010.

Demonstrationen gebe es vor allem in den Distrikten Dusit, Pom Prab, sowie Phra Nakorn, in dem der bei Urlaubern beliebte Königspalast und der Tempel Wat Pho stehen. Touristen sollten die betroffenen Distrikte meiden, rät das Auswärtige Amt. Die Behörden in Thailand haben in diesen Distrikten den Internal Security Act ausgerufen. Deshalb gebe es erhöhte Sicherheitsmaßnahmen und unter Umständen Verkehrsbehinderungen. Urlauber sollten sich vor Ort über die Medien und ihre Reiseveranstalter auf dem Laufenden halten.

"Die Veranstalter kennen die Lage und meiden bei ihren Touren die betroffenen Distrikte", sagt Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands, SPIEGEL ONLINE. "Einzelreisende aber müssen wissen, dass sie sich nach den Hinweisen richten sollten."

Mit dem Winterbeginn startet gerade die Hauptsaison in Thailand. Nach Bangkok kämen vor allem Touristen, die mit Veranstaltern von Studien- und Rundreisen das Land besuchten, erklärte Schäfer. Der größte Teil der Urlauber aber steuere die Badeorte an, die auch ohne Zwischenstopp in Bangkok zu erreichen seien.

bon/dpa



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jupiter_jones 25.11.2013
1. Ich war gerade da
Und kann nur sagen, dass die reisewarnungen uebertrieben klingen. Ich habe mich auch unter die demonstranten gemischt und sehr interessante gespraeche gefuehrt. Die demonstranten haben deutlich gemacht, dass es zur keiner eskalation, aehnlich der in 2010 , nicht kommen soll und wird. Meinen persoenlichen eindruecken nach kann ich dies auch so bestaetigen. Es scheint mehr so eine art happening unter gleichgesinnten zu sein, auch wenn deren forderungen klar und explizit sind. Meiner meinung braucht thailand wirklich einen politischen neuanfang - thaksin und co, ob man ihn mag oder nicht, muessen weg von der politischen buehne. Nur so kann der ganze spuk ein ende haben.
UserInBangkok 26.11.2013
2. Ich lebe in Bangkok und ich war inmitten der Demonstranten
Im Moment denke ich ist es kein Problem als Tourist nach Thailand zu kommen. Die meisten Touristen gehen sowieso irgendwo an den Strand weit weg von Bangkok und werden nicht mitgekommen das es Demonstrationen gibt. Und auch für Touristen in Bangkok ist die Lage z.Z. nicht gefährlich. Im Gegensatz zu den Rothemden von 2010, die Straßen abgesperrt haben und im Allgemeinen sehr aggressive waren, sind die derzeitigen Demonstranten oft Studenten und "normale Leute" die einfach nur die Thaksin-Regierung leid sind. Yingluck Shinawatra, die kleine Schwester von Thaksin Shinawatra, versucht mit allen Mitteln ihren kriminellen großen Bruder als Held zurückzubringen. Und viele Leute in Bangkok haben genug davon und wollen endlich eine Regierung die für die Leute arbeitet und nicht nur für einen Kriminellen und seinen Klan. Solange Touristen nicht aktiv Ärger suchen haben sie nichts zu befürchten. Gestern wurde ein deutscher Journalist von Demonstranten verprügelt aber dieser Journalist ist anscheinen bekannt dafür sehr einseitig zu berichten. Es sollte natürlich trotzdem keine Gewalt geben aber es ist verständlich wenn Demonstranten einen Gegner, der ihrer Meinung nach die Unwahrheit berichtet, nicht sehen wollen. Aber das war so ziemlich der einzige Vorfall bei Demonstrationen von mehreren hunderttausend Leuten. Also Thailand Urlaub am Strand ist kein Problem, von aktiver Teilnahme an Demonstrationen ist abzuraten.
e.p 26.11.2013
3. Übertrieben.
Ich habe die letzten 10 Tage in Bangkok verbracht und die einzige demonstration in die ich zufällig reingerannt bin war vollkommen friedlich und die meisten teilnehmer und polizisten waren total entspannt. Die menschen hier tun gut daran gegen ihre korrupte regierung auf die straßen zu gehen. die demonstranten haben meine volle unterstützung und ich habe mich hier nicht einen moment unsicher gefühlt.
werner.mueller.aalen 26.11.2013
4. Demo Bangkok
Wir sind seit 7 Tagen in der Stadt und ich halte die deutschen Empfehlungen für überzogen. Heute waren wir am Königspalast und hatten keinerlei Beeinträchtigungen. Von einer Zurückhaltung der Reiseveranstalter war nichts zu bemerken, die reagieren auch nicht. Am Sonntag Abend war eine gewisse Anspann spürbar, da an den Hotels verstärkte Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Demonstranten denen wir begegneten waren alle sehr freundlich und gegenüber Ausländern absolut friedlich.
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