Deutsche Airlines Flugverkehr nach Heathrow normalisiert sich

Einen Tag nach dem Terroralarm in London hat sich der Luftverkehr auf den deutschen Flughäfen weitgehend normalisiert. Nur vereinzelt mussten Flüge nach Großbritannien gestrichen werden. Passagiere müssen noch mit Verspätungen rechnen.


London - Im internationalen Flugverkehr ist es zwar auch am Tag nach Bekanntgabe der vereitelten Terroranschläge zu Verspätungen und Streichungen gekommen. Auf deutschen Flughäfen hat sich der Verkehr nach Großbritannien allerdings weitgehend normalisiert. Bei British Airways sollten rund 60 Prozent der Kurzstreckenflüge starten.

Bei der Lufthansa wurden heute keine Flüge mehr annulliert. "Wir fliegen wie geplant", sagte eine Sprecherin. Bei Flügen aus London und den USA kam es aber auch wegen der verschärften Sicherheitsvorkehrungen zu Verspätungen. "Wir warten schon verlängert auf Gäste, aber einige kommen nicht schnell genug durch die Kontrollen", sagte Lufthansa-Sprecherin Amelie Lorenz. Auf USA-Flügen dürfen bis auf weiteres nach Anordnung des Bundesinnenministeriums weder Flüssigkeiten noch Gels im Handgepäck mitgeführt werden.

Ein Sprecher des Frankfurter Flughafens sagte: "Es läuft alles normal und ruhig." Es fielen "weniger als 20 Flüge" aus. Davon seien etwa 1000 bis 2000 Passagiere betroffen gewesen. Angesichts von täglich 1500 Flügen und bis zu 180.000 Passagieren in Frankfurt seien die Auswirkungen geringer gewesen als etwa bei Streiks oder Schnee.

Am Münchner Flughafen wurden am Freitag zwei Flüge von und nach London gestrichen. Am Donnerstag waren 28 Flüge zwischen München und London ausgefallen. In Düsseldorf sagte British Airways aus organisatorischen Gründen drei Flüge nach Großbritannien ab. In Hamburg, Stuttgart, Hannover und Berlin verläuft ebenfalls fast alles nach Plan.

Ihre drei innerbritischen Flüge musste die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin streichen: "Umsteigepassagiere aus Deutschland hätten aufgrund der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in London Stansted den Transitbereich verlassen und sich wieder der gesamten Sicherheitskontrolle unterziehen müssen. Das ist in der vorgesehenen Umsteigezeit nicht zu schaffen", sagte eine Air-Berlin-Sprecherin.

Auch an den anderen europäischen Flughäfen gab es am Freitag kaum noch Behinderungen. In Spanien setzte die Fluggesellschaft Iberia auf der Route Madrid-London ihre größten Maschinen ein, damit auch diejenigen mitfliegen konnten, deren Flüge am Vortag gestrichen worden waren. Am Donnerstag waren viele britische Urlauber, die ihre Ferien auf den Balearen oder an der Costa del Sol verbracht hatten und nach Hause fliegen wollten, von den Flugausfällen betroffen

Passagiere sollten früh am Flughafen sein

Nach den vereitelten Terroranschlägen seien die Vorkehrungen für die Luftsicherheit erhöht worden, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Passagieren könne man nur raten, früh genug am Flughafen zu sein. Die Lufthansa empfahl, Handgepäck "auf das unbedingt notwendige Maß zu begrenzen". Auch eine Sprecherin von Air Berlin riet dazu, das Handgepäck so klein wie möglich zu halten: "Je mehr man es den Leuten an der Sicherheitskontrolle erleichtert, desto besser."

Wegen des Anti-Terror-Einsatzes hatte die Betreibergesellschaft des Flughafens Heathrow BAA gestern alle Fluggesellschaften aufgefordert, den Airport nicht mehr anzusteuern. Die Sperre galt für Kurzstreckenflüge innerhalb Großbritanniens und Europas und wurde erst am späten Nachmittag aufgehoben. In Heathrow wurden mehr als 600 Flüge gestrichen. Allein im Vereinigten Königreich waren nach offiziellen Angaben rund 400.000 Menschen von dem Chaos betroffen. Die deutsche Lufthansa hatte gestern bundesweit 36 Flugausfälle verzeichnet. 33 Starts seien annulliert worden und drei Flugzeuge, die bereits in der Luft waren seien zurückgekehrt. Rund 5000 Fluggäste seien betroffen gewesen

abl/dpa/ddp/AP



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