Deutsche Bahn 2018 fielen doppelt so viele Fernzüge aus

Im vergangenen Jahr musste die Bahn 16.453 Fernverbindungen ganz oder teilweise streichen. Das waren deutlich mehr als 2017.

DPA

Die Zahl der ganz oder in Teilen ausgefallenen Fernzüge der Deutschen Bahn ist einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr stark gestiegen.

2018 seien 3669 Fernzüge ganz und 12.784 Fernzüge teilweise ausgefallen, berichtete der Sender hr-Info unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Grünen-Fraktion im Bundestag. Zusammen entspreche das 5,4 Prozent aller Fernzüge der Bahn.

2017 lagen die Zahlen laut dem Bericht noch deutlich darunter. Damals waren 1771 Züge ganz und weitere 8736 Fernzüge teilweise ausgefallen. Unter Teilausfall versteht die Bahn AG nach Angaben der Bundesregierung, dass auf einem Teil der Strecke eines gestrichenen Zuges ein Ersatzzug zum Einsatz kam.

  • Überdurchschnittlich viele Zugausfälle verzeichnet die Bahn dem Bericht zufolge erneut auf den ICE-Verbindungen Berlin-Hannover-Ruhrgebiet und Hamburg/Bremen-Würzburg-München.
  • Neu in der Liste der meistbetroffenen Linien erscheinen 2018 die ICE-Strecken Berlin-Leipzig-Stuttgart-Frankfurt/M-München und Hamburg-Frankfurt/M-Stuttgart.

Unterm Strich fiel im vergangenen Jahr jeder 40. Fernzughalt aus. Eine Anfrage der Grünen an das Bundesverkehrsministerium ergab, welche Bahnhöfe 2018 am häufigsten als Halt ausfielen. Ganz oben standen die Bahnhöfe Frankfurt am Main, Frankfurt Flughafen, Köln, Düsseldorf und Duisburg.

Die Bahn war im vergangenen Jahr wegen der mangelnden Zuverlässigkeit ihrer Züge wiederholt in die Kritik geraten. Der bundeseigene Konzern zahlte an Kunden mehr als 50 Millionen Euro an Entschädigungen aus. Das Unternehmen nannte unter anderem witterungsbedingte Ursachen wie Stürme oder Böschungsbrände aufgrund der Trockenheit im Sommer als Grund für den Anstieg.

In diesem Jahr will die Bahn mit mehr Zügen und mehr Mitarbeitern sowie besserer Wartung und besserem Baustellenmanagement Fortschritte bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit erzielen.

abl/AFP/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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quark2@mailinator.com 06.03.2019
1.
Die Bahn streicht jetzt Züge lieber, als sie verspätet ankommen zu lassen. Das ist die logische Konsequenz aus der 100%-Erstattung der Fahrpreise. Insbesondere bei drohendem Unwetter bleiben die Züge in den Bahnhöfen, bis garantiert ist, daß die Verspätung nicht zu groß werden kann. Es war schon immer meine Befürchtung, daß die mMn. nutzlosen Rückzahlungen (kommen auf den Fahrpreis ja eingangs drauf) zu einer Änderung führen werden, welche Pünktlichkeit gegen Anschlußerhalt optimiert und eben .. siehe oben.
kikansha 07.03.2019
2.
Ich glaube, der erste Kommentator hat da etwas nicht ganz verstanden. Für die Entschädigungszahlung ist die verspätete Ankunft am Zielort entscheidend, nicht die Verspätung eines einzelnen Zuges. Mir ist auch nicht bewusst, dass bei Einführung der Fahrgastrechte deswegen die Fahrpreise angepasst wurden. Allgemein habe ich den Eindruck, dass die meisten Bahnkunden einfach zu faul sind, Entschädigungen zu beantragen. Muss ja jeder selbst wissen und die Bahn freut sich...
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