Deutsche Bahn Achtung, Ihr Koffer wird gesprengt

Die Deutsche Bahn räumt auf. Immer wieder mussten Bahnhöfe wie Berlin Zoo abgesperrt und Hunderte Fahrgäste evakuiert werden, wenn vergessene Koffer Bombenalarm auslösten. Damit soll nun Schluss sein.


Bombenalarm in München: Dieser Koffer musste aus Sicherheitsgründen zerstört werden - vielleicht war er nur vergessen worden?
DDP

Bombenalarm in München: Dieser Koffer musste aus Sicherheitsgründen zerstört werden - vielleicht war er nur vergessen worden?

Berlin - "Wir wollen unseren Kunden bewusst machen, was ein stehen gelassener Koffer auslöst und welche enormen Kosten dahinter stecken", erklärte eine Sprecherin der Bahn. Nach wiederholten Großeinsätzen im Berliner Bahnhof Zoo wegen stehen gelassener Koffer will das Unternehmen in den nächsten Tagen eine Kampagne gegen die Vergesslichkeit ihrer Kunden starten.

Fahrgäste sollten künftig mit Aufklebern und Lautsprecher-Durchsagen daran erinnert werden, besser auf ihr Gepäck zu achten, sagte die Sprecherin am Freitag in Berlin. In Einzelfällen wolle die Bahn auch Regressforderungen geltend machen - wenn etwa der Verdacht bestehe, dass eine Tasche absichtlich stehen gelassen wurde. Ein generelles Bußgeld für vergessene Koffer werde es aber auch in Zukunft nicht geben.

Am Donnerstag konnte ein Tourist seine Besitztümer in letzter Sekunde retten. Als ihm einfiel, dass er wohl am Bahnhof Zoo in Berlin seinen Koffer vergessen haben musste, war das gesamte Bahnhofsgelände bereits mehr als zwei Stunden abgesperrt. Spezialisten des Bundesgrenzschutzes hatten das stehen gelassene Gepäckstück untersucht und waren kurz davor, den Koffer zu zerstören.

Nach Angaben der Bahn-Sprecherin kommt es durch solche Vorfälle zu enormen Verspätungen im Zugverkehr und Ärger bei anderen Reisenden. Allerdings seien die Sicherheitsmaßnahmen auch nötig. Besonders nach dem Bombenfund im Dresdener Hauptbahnhof müsse "mit allem gerechnet" werden, sagte die Sprecherin. Dort war am Freitag vor Pfingsten eine als Reisekoffer getarnte Bombe entdeckt worden. Noch immer ist unklar, wer den Sprengsatz deponiert hat.



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