Deutsche Bahn AG Billiger über die Schiene

Zugfahren soll günstiger werden. Nutznießer sind Familien mit Kindern, Fernreisende und Frühbucher.


Die Bahn will ihre Kunden stärker an sich binden. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" können Kinder unter 14 Jahren demnach kostenlos mit ihren Eltern mitfahren. Stark genutzte Züge und Strecken sollen mehr kosten als weniger genutzte und für Geschäftsreisende werde es ein spezielles Angebot geben. Generell sollen Fernreisen billiger werden. Die "Süddeutsche Zeitung" berief sich auf Verlautbarungen beim Magdeburger Kongress der Bahngewerkschaft Transnet.

"Wer seine Fahrkarte mehr als eine Woche vor dem Reisetermin bestellt und sich auf eine bestimmte Zugverbindung festlegt, erhält künftig große Rabatte", hieß es. Geplant seien Vergünstigungen von mehr als 30 Prozent. Bahncard-Inhaber sollen dem Bericht zufolge nur noch einen Preisnachlass von 25 statt 50 Prozent erhalten. Dafür gelte die Karte dann jedoch nicht nur für reguläre Tickets, sondern auch für verbilligte Sonderfahrten. Mit dem neuen Preissystem wolle die Bahn eine gleichmäßigere Auslastung der Züge erreichen.

Familienpreise: Wird Bahnfahren billiger?
DPA

Familienpreise: Wird Bahnfahren billiger?

Eine Sprecherin der Bahn wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren. "Wir sagen nichts zur Preisgestaltung." Das Ergebnis der gegenwärtigen Überlegungen solle im kommenden Frühjahr bekannt gemacht werden. Sie bestätigte jedoch, dass ein Umstellung für den Jahreswechsel von 2001 auf 2002 geplant sei - also zeitgleich mit der Einführung des Euro-Bargeldes.

Norbert Hansen, Vorsitzender der Transnet, verlangte Klarheit über die finanzielle Lage und den Zustand der Bahn. "Vom Eigentümer der Bahn erwarte ich, dass er klar und verbindlich erklärt, wie seine künftige Beteiligung an der Infrastruktur sein wird", forderte Hansen zum Abschluss des Gewerkschaftstages. Vom Vorstand erwarte er, dass der Aufsichtsrat jetzt endlich alles erfährt, was an Risiken in Bahnkonzepten für die kurz- und mittelfristige Planung vorhanden sei. So habe er als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender immer noch nicht den Gesamtbericht des McKinsey-Papiers, das der Vorstand in Auftrag gegeben habe. Presseberichten zufolge war in dem Dokument praktisch eine Halbierung des Bahnpersonals vorgeschlagen worden.



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