Deutsche Bahn AG Initiative verlangt Ausbau des InterRegio-Netzes

Der Sanierungskurs der Deutschen Bahn AG stößt weiterhin auf Widerstand: Die Initiative "Bürgerbahn statt Börsenbahn" hat in mehreren deutschen Städten für den Erhalt des InterRegio (IR) demonstriert.


Erfurt - Mit den Plänen der Deutschen Bahn, den IR bis zum Jahr 2003 weitgehend verschwinden zu lassen, werde das Gesamtsystem Schienenverkehr zerschlagen und die Bahn auf eine Schrumpfbahn reduziert, sagte Initiativen-Sprecher Heiner Monheim am Freitag in Erfurt. Weitere Aktionen am so genannten "InterRegio-Tag" gab es in Frankfurt am Main, Gießen, Villingen, Singen und in Berlin.

Die Deutsche Bahn AG will den IR bis zum Jahr 2003 weitgehend verschwinden zu lassen
DPA

Die Deutsche Bahn AG will den IR bis zum Jahr 2003 weitgehend verschwinden zu lassen

Die Bahn könnte drei Mal so viele Fahrgäste und Güter transportieren, wenn sie wirklich marktorientiert ausgerichtet würde, sagte Monheim. Statt mehr Menschen und Güter auf die Schiene zu bringen, versuche das Unternehmen, auf Kosten der Fläche seine Börsenfähigkeit herzustellen und betreibe einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Länder.

Bisher sei der Nahverkehr von den Ländern finanziert worden, während der Fernverkehr ausschließlich aus Mitteln der Bahn AG bezahlt worden sei, erläuterte Monheim. Werde der IR nun abgeschafft, müssten die Länder die Kosten für Ersatzverbindungen aus den jeweiligen Regionalisierungsetats zahlen. Dies bedeute in der Regel einen weiteren Abbau des Schienenverkehrs. Die Staus auf den Autobahnen würden noch ein Stück länger, sagte Monheim. Bereits jetzt seien Städte wie Gera oder Heilbronn nicht mehr oder kaum noch an den Schienenfernverkehr angeschlossen.

Nach Ansicht der Initiative ist die geplante Abschaffung des IR ein "entscheidendes Kettenglied in einem selbstzerstörerischen Prozess". Bahnintern sei bereits der Abbau der Zahl der Lokführer im Fernverkehr um 44 Prozent beschlossen worden. Mehr als 1000 Bahnhöfe sollten verkauft, die Speisewagen sollten ab 2002 abgeschafft werden. Außerdem solle der Bahncard-Rabatt von 50 auf 25 Prozent reduziert und die Zahl der Gleisanschlüsse im Güterverkehr verringert werden.



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