Deutsche Bahn AG Überfüllter Zug

Weil Bahnreisende das Aussteigen verweigerten, rief die Deutsche Bahn AG den Bundesgrenzschutz zu Hilfe


Saalfeld - Auf der Fahrt von Berlin nach München mussten 400 Passagiere im thüringischen Saalfeld aus einem völlig überfüllten Intercity-Express (ICE) aussteigen.

Bei der Bahn hatten Reisende das Nachsehen
DPA

Bei der Bahn hatten Reisende das Nachsehen

Der Neigetechnik-Zug war zu mehr als 200 Prozent ausgelastet, was chaotische Zustände auslöste: Einige Reisende weigerten sich auszusteigen, so dass der Bundesgrenzschutz zu Hilfe kommen musste. In dem ICE seien rund 900 Fahrgäste gewesen, der Zug habe aber nur 381 Sitzplätze, sagte die Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) Erfurt, Iris Kopke. "Etwa 400 Fahrgäste sind wieder ausgestiegen." Die Bahn räumte einen Fehler ein.

"Es war ein Planungsfehler, dass man nicht berücksichtigt hat, dass der 3. Oktober wie ein Sonntag behandelt werden muss", sagte DB-Sprecherin Kornelia Kneissel in Frankfurt/Main. Der ICE sei mit sieben Wagen gefahren.

Nur an Sonntagen würden 14 Wagen eingesetzt. "Wir entschuldigen uns bei unseren Reisenden", sagte Bahnsprecherin Kopke. Die Betroffenen könnten Schadenersatzansprüche an die zentrale Kundenbetreuung in Frankfurt/Main richten.

Der Hochgeschwindigkeitszug wurde am Bahnhof in Saalfeld automatisch gestoppt. Weil zu viele Fahrgäste einstiegen, habe der Bordcomputer Überlastung festgestellt, sagte ein Mitarbeiter des Bundesgrenzschutzes in Halle.

Mit einer halben Stunde Verspätung ging für die 400 Reisenden die Reise dann in einem Intercity weiter.



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