Geplante Preissenkung für Ferntickets Auch Bahncard könnte 2020 billiger werden

Damit mehr Menschen vom Flieger auf die Bahn umsteigen, will die Regierung die Mehrwertsteuer für Fernfahrten senken. Die Bahn wünscht sich eine Ausweitung des Vorhabens auf ihre Rabattkarten.
Bahncard 50: Wird sie bald günstiger?

Bahncard 50: Wird sie bald günstiger?

Foto: Zacharie Scheurer/ picture alliance / dpa Themendienst

Fernzugtickets sollen billiger werden - so will es die Bundesregierung. Die Deutsche Bahn wünscht sich offenbar auch eine Preissenkung für die Bahncard 50 und Bahncard 25, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Konzernkreisen erfuhr. Die Rabattkarten könnten dann im nächsten Jahr zehn Prozent weniger kosten als jetzt, so der Plan.

"Die Deutsche Bahn würde es begrüßen, wenn auch die Bahncard 25 und Bahncard 50 Teil des Mehrwertsteuerpaketes werden", teilte ein Unternehmenssprecher auf SPIEGEL-Nachfrage mit. Er bestätigte: Sollte es so kommen, würde die Bahn "die Reduzierung des Steuersatzes an die Kunden weitergeben" - und die Rabattkarten würden zehn Prozent günstiger werden.

Wie wahrscheinlich das ist? Dazu äußert sich die Bahn nicht. Laut dpa seien dafür noch Verhandlungen von Bund und Ländern notwendig.

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hatte sich vor Kurzem darauf verständigt, dass der Mehrwertsteuersatz für Fernfahrscheine im kommenden Jahr von 19 auf 7 Prozent sinken soll. Das gilt für Fahrkarten ab 50 Kilometer Entfernung, die ab Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung gebucht werden.

Der gesenkte Steuersatz ist Bestandteil des Klimapakets der Bundesregierung und soll helfen, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht. Dafür müssten unter anderem mehr Menschen in die Bahn statt ins Auto oder das Flugzeug steigen.

Die Bahncard 100 wird wohl billiger

"Wir geben die Absenkung eins zu eins an unsere Kunden weiter und verzichten darüber hinaus auf eine Preiserhöhung", erklärte Bahn-Chef Richard Lutz im September. "Attraktivere Preise werden mehr Nachfrage auslösen." Insgesamt rechnet die Bahn mit einem jährlichen Plus von fünf Millionen Fahrgästen allein durch die Absenkung der Mehrwertsteuer.

Fünf Millionen - das in etwa ist auch die Zahl der Bahn-Kunden, die im Besitz einer Bahncard 50 oder 25 sind. Sie erhalten beim Fahrkartenkauf einen Abschlag von der Hälfte beziehungsweise einem Viertel. Für die zweite Klasse kostet die Bahncard 50 derzeit 255 Euro pro Jahr, für die Bahncard 25 werden 62 Euro fällig. Im Falle einer Preissenkung könnten Fahrgäste damit 25,50 Euro beziehungsweise 6,20 Euro bei der Anschaffung der Bahncard sparen.

Die rund 60.000 Inhaber einer Bahncard 100 kommen aller Voraussicht nach schon zum 1. Januar in den Genuss einer Preissenkung. Hier ist die steuerrechtliche Lage klarer.

In den vergangenen Wochen hat die Große Koalition lange um die Details des Klimapakets gerungen. Herausgekommen ist ein Kompromiss, der bis Ende der Woche von Bundestag und Bundesrat gebilligt werden soll. Dann kann zum Beispiel die Mehrwertsteuersenkung im Fernverkehr wie geplant Anfang 2020 in Kraft treten. Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag hat dem Kompromiss zum Klimapaket bereits zugestimmt.

jus/dpa
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