Streckensperrung bei Kassel Was Bahn-Passagiere jetzt wissen müssen

Vollsperrung zwischen Kassel und Hannover: Für zwei Wochen droht ab Ende April vielen Bahnkunden Ärger. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen für Reisende.

ICE-Züge der Deutschen Bahn
DPA

ICE-Züge der Deutschen Bahn


Die Bahn sperrt zwischen Ende April und Anfang Mai eine wichtige Fernverkehrsstrecke. Fahrgäste müssen auf der betroffenen Trasse zwischen Kassel und Hannover mit Verspätungen rechnen. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Können bereits gebuchte Tickets kostenlos zurückgeben werden?

Zum Normalpreis gebuchte Zugtickets kann man grundsätzlich bis einen Tag vor der Reise zurückgeben und man bekommt den vollen Preis erstattet. Anders bei Sparpreis-Tickets: Dann fällt normalerweise eine Stornierungsgebühr von 17,50 Euro an. Allerdings will die Bahn in diesem Fall bereits erworbene Flex- und Sparpreistickets sowie Reservierungen kostenlos erstatten. Für die bisher gekauften Sparpreistickets wird die Zugbindung aufgehoben.

Bekommt man nach der Reise Teile des Fahrpreises erstattet?

Eher nicht. Bei Verspätungen von mehr als 60 Minuten können sich Fahrgäste normalerweise 25 Prozent des Fahrpreises erstatten lassen, bei mehr als 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent. Allerdings seien angekündigte Fahrzeitverlängerungen im rechtlichen Sinne keine Verspätungen, sagte Naumann. Dennoch kann man es probieren. Entsprechende Vordrucke für die Kostenerstattung gibt es am Schalter im Bahnhof. Alternativ geht es online. Lehnt die Bahn eine Zahlung ab, sei die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr noch eine mögliche Anlaufstelle, um seine Forderung geltend zu machen. Beschwerden kann man zum Beispiel online einreichen.

Bekommen Abo-Kunden eine Entschädigung?

Die Bahn will Kunden mit einer ICE- oder IC-Zeitkarte im Abo nach eigenen Angaben selbst aktiv ansprechen und ihnen eine Teilerstattung anbieten. Betroffene Kunden mit einer BahnCard 100 sollen sich hingegen für die Kulanzregelung selber beim BahnCard-Service melden. Zeitkarteninhaber mit IC-Berechtigung können den Angaben zufolge ohne Aufpreis die ICE-Züge nutzen.

Wie viel länger wird die Bahnfahrt durch die Umleitung?

Dazu hat sich die Bahn bisher noch nicht geäußert. Auf ihrer Website weist sie bei Buchungen bereits auf deutliche Fahrzeitverlängerungen und Umleitungen hin. Über welche Strecken der Bahnverkehr umgeleitet wird, sagte die Bahn aber bisher nicht. Pro-Bahn-Ehrenpräsident Karl-Peter Naumann wagte eine Prognose: Fernverkehrskunden auf der Nord-Süd-Strecke drohe eine um eine Stunde längere Fahrzeit, sagte er.

Welche Alternativen zur Bahn gibt es?

Neben der Bahn sollten Reisende auf den Portalen der Fernbus-Unternehmen und auch bei Mitfahrzentralen im Internet nachschauen, rät der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Ausgangspunkt kann die Fahrzeit der Bahn sein. Dann prüft man, ob man mit einem der Alternativangebote schneller an sein Ziel kommt, sagte VCD-Sprecherin Anja Smetanin. "Wenn man weiß, wann man genau fahren will, prüft man am besten jetzt schon einmal die Alternativen."

sto/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Phillidae 31.03.2016
1. Umleitung
Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Züge von der Schnelltrasse auf die langsamere Strecke verlegt werden, auf der bspw. auch der Metronom fährt. Das dauert dann von Göttingen nach Hannover (sonst 35 Minuten) ungeführt 1 Stunde 10 Minuten. Aber wenn es auf der Trasse zu voll wird, leiten die möglicherweise großräumiger um.
Robert_Rostock 31.03.2016
2.
Zitat von PhillidaeIch gehe mal davon aus, dass die meisten Züge von der Schnelltrasse auf die langsamere Strecke verlegt werden, auf der bspw. auch der Metronom fährt. Das dauert dann von Göttingen nach Hannover (sonst 35 Minuten) ungeführt 1 Stunde 10 Minuten. Aber wenn es auf der Trasse zu voll wird, leiten die möglicherweise großräumiger um.
Berlin-Frankfurt ginge ja auch (sogar schneller) über Halle/Leipzig - Erfurt. Allerdings müssten die dort eingesetzten Züge für das neue Sicherungssystem ETCS ausgerüstet sein, was auch bei den ICE nicht durchweg der Fall ist.
Robert_Rostock 31.03.2016
3.
Ich verstehe die Aufregung nicht so ganz. Es ist doch nicht das erste Mal, dass wegen Bauarbeiten eine Strecke komplett gesperrt wird. Berlin-Rostock, Berlin-Dresden waren bzw. werden sogar für mehrere Monate gesperrt. Ich gebe allerdings zu, dass die Ankündigung diesmal etwas kurzfristig ist und dass die Strecke etwas bedeutender ist als die genannten.
trevorcolby 31.03.2016
4.
ja, da ist doch noch die alte Strecke, die die Züge vor Fertigstellung der ICE.-Strecke stets genommen haben, kann mich noch gut daran erinnern. Landschaftlich sehr hübsch, bin die alte Strecke immer gerne gefahren, es gab was zum gucken als Kind. Hat damals auch alles geklappt.....über Friedland, Hann Münden und dann immer an der Fulda lang, ist doch hübsch!
paulhaupt 31.03.2016
5. Hach,
... die böse Bahn wieder! Währe es SPON auch einen Beitrag wert gewesen wenn die A7 gesperrt werden würde? Manche Autobahnabschnitte sind über Jahre nur im Kriechtempo befahrbar und es kümmert keinen Schwanz!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.