Deutsche Bahn Tickets werden ab Dezember erneut teurer

Eine neue Preisrunde steht den Bahnfahrern bevor. Zum Fahrplanwechsel am Jahresende werden die Tickets sowohl für den Nah- als auch für den Fernverkehr teurer. Bereits im letzten Jahr waren die Tarife zweimal erhöht worden.


Fahrkartenautomat der Bahn: Preise für stark genutzte Strecken werden stärker erhöht
DDP

Fahrkartenautomat der Bahn: Preise für stark genutzte Strecken werden stärker erhöht

Berlin - Pünktlich zum Fahrplanwechsel werden auch die Preise geändert: Die Deutsche Bahn erhöht am 11. Dezember die Ticketpreise für die 2. Klasse um 2,9 Prozent. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Die Preise der 1. Klasse steigen um gut 4,2 Prozent.

Zur Begründung führte Bahnsprecher Gunnar Meyer die hohen Energiekosten an. Die Bahn sei der größte Energieabnehmer Deutschlands, machte Meyer geltend. Die Strompreise seien innerhalb eines Jahres um 32 Prozent, die Dieselpreise um 100 Prozent gestiegen. Im Regional- und Nahverkehr komme darüber hinaus noch der Wegfall der Kostenerstattung der Schwerbehindertenfahrten hinzu, der 33 Millionen Euro ausmache.

Am höchsten fällt mit 3,3 Prozent die Fahrpreiserhöhung im Fernverkehr bei Entfernungen zwischen 100 und 750 Kilometern aus. Bei kürzeren Distanzen bleiben die Preise stabil, der maximale Fahrpreis für Entfernungen über 750 Kilometer wird von 111 auf 115 Euro angehoben. Die Zeitkartenpreise steigen ebenfalls um 2,9 Prozent. Bei den Normalpreisen in der 1. Klasse legt die Bahn noch zusätzlich um 1,3 Prozent zu.

Neue Bahncard für Jugendliche

Die Preise für die Bahncards (BC) steigen um drei Prozent. Danach verteuert sich die BC 25 von 50 auf 51,50 Euro und die BC 50 von 200 auf 206 Euro. Die Bahncard 100 kommt künftig auf 3.300 statt 3.250 Euro (alle Preise 2. Klasse). Neu eingeführt wird eine Bahncard 25 für Jugendliche zum einmaligen Preis von zehn Euro. Sie gilt vom Kauf bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.

Im Nahverkehr steigen die Preise für die Einzelfahrt um 2,9 Prozent. Je nach Entfernung macht das 10 bis 50 Cent aus. Um 50 Cent auf 3,50 Euro steigt der Preis für die Fahrradkarte - laut Meyer die erste Erhöhung dieser Karte seit fünf Jahren. Bei den Zeitkarten bleiben Abonnements und Jahreskarten stabil; Monatskarten schlagen mit 2,2 Prozent und Wochenkarten mit 2,9 Prozent höheren Preisen zu Buche.

Grünen: "Falsches Signal"

Meyer verwies darauf, dass die meisten der großen Verkehrsverbünde ihre Preise für 2006 um 3,3 Prozent erhöhen würden. Die Bahn sei mit diesen Preiserhöhungen ohnehin erst auf ihrem Niveau von 1998 angelangt. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte bereits mehrfach eine Preiserhöhung angedeutet. Das Unternehmen hatte 2004 die Preise im April um 3,4 und am 12. Dezember noch einmal um 3,5 Prozent erhöht.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Albert Schmidt, kritisierte die Preiserhöhung als "falsches Signal". "Anstatt die gestiegenen Spritpreise zu nutzen, um Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen, werden Fahrgäste durch höhere Ticketpreise für den Zug eher abgeschreckt." Die Bahn, die ihren Fahrstrom "zum Großteil selbst erzeugt", sei relativ unabhängig von der Strompreistreiberei der großen Konzerne.



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