Deutsche Bahn Zu teure Tickets an Automaten

Gleiche Strecke, unterschiedliche Preise: Wer seine Bahnfahrkarte an einem Automaten kauft, muss unter Umständen mehr bezahlen als am Schalter.


Hannover - Die Bahn kassiert etwa für eine Fahrt mit einem Interregio von Hannover nach Berlin je nach Strecke zurzeit zwei unterschiedliche Preise. Das bestätigte der stellvertretende Bahnsprecher Norbert Giersdorff am Dienstag in Hannover. Die Automaten kennen bisher jedoch nur einen Preis - und zwar den teureren.

DPA
Giersdorff konnte nicht sagen, ob dieses Problem bundesweit noch für andere Strecken besteht. Zumindest jedoch gebe es noch mehrere Fahrziele, die über verschiedene Wegstrecken erreicht werden könnten. Warum die Automaten nicht auf die Abweichungen eingestellt seien, konnte Giersdorff nicht erklären. Nach Ansicht des Bundesvorsitzenden und Tarifexperten des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, handelt es sich um einen Programmierungsfehler.

Bei einer Fahrt von Hannover nach Berlin kostet eine Fahrkarte für einen Bahncard-Besitzer am Automaten immer 39,30 Mark, egal ob er den billigeren Weg über Gardelegen oder den Weg über Magdeburg wählt. Am Schalter dagegen sind auch Fahrscheine zum Preis von 35,20 Mark erhältlich, wenn der Käufer ausdrücklich darauf beharrt. Auch im Internet gibt die Bahn bei ihrer Reiseauskunft ausschließlich den teureren Preis an.

Pro Bahn reagierte kritisch auf diese Praxis: "Die Automaten müssen natürlich die richtigen Karten verkaufen - gerade jetzt, wo zahlreiche Verkaufsstellen geschlossen werden", sagte Sprecher Frank von Meißner. Bahnsprecher Giersdorff verwies auf Anfrage darauf, dass die unterschiedlichen Preise aus einem "sehr komplizierten Tarifsystem" resultierten. Auch aus diesem Grund wolle die Bahn Ende des Jahres ein neues System einführen.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.