Neue Gepäckregel Reiseveranstalter stoppen Flüge nach Scharm al-Scheich

Künftig dürfen deutsche Reisende auf dem ägyptischen Flughafen Scharm al-Scheich nur mit ihrem Handgepäck an Bord gehen. Die großen Veranstalter stoppen vorerst ihre Flüge in den Badeort.


Die großen deutschen Reiseveranstalter haben vorerst alle Flüge nach Scharm al-Scheich ausgesetzt. Der Grund: Reisende dürfen laut einer Entscheidung des deutschen Verkehrsministeriums nur noch mit Handgepäck nach Hause fliegen. "Aufgegebenes Gepäck, Fracht und Bordvorräte dürfen nicht mehr zugeladen werden", sagt ein Sprecher des Ministeriums. "Aufgegebenes Gepäck darf nur mit Frachtflugzeugen transportiert werden."

"Das können und wollen wir unseren Gästen nicht zumuten", erklärte FTI-Geschäftsführer Dietmar Gunz in einer Mitteilung. Kunden können Reisen nach Scharm al-Scheich mit Anreise bis 12. März 2016 kostenlos stornieren oder umbuchen. FTI ist unter den deutschen Reiseveranstaltern Marktführer in Ägypten. Deutsche Touristen machen in Scharm al-Scheich eher selten Urlaub, sie bevorzugen den Badeort Hurghada.

TUI nennt "logistische Probleme", die sich aus der Entscheidung des Ministeriums ergeben. Bis mindestens Ende 2016 werde Scharm al-Scheich nicht mehr angeflogen. Ob der Flughafen auf der südlichen Sinai-Halbinsel danach wieder angesteuert werde, hänge vom Ergebnis einer erneuten Sicherheitsüberprüfung im Januar ab, teilte TUI mit. Kunden können gebührenfrei umbuchen oder bekommen ihr Geld zurück.

Auch die DER Touristik mit den Marken ITS, Jahn Reisen, Travelix, Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen hat alle Reisen auf den Sinai mit Abflug bis 31. Januar 2016 gestrichen. Die gleiche Entscheidungen haben Thomas Cook und Neckermann getroffen. Bei beiden Veranstaltern gilt: Es gibt Geld zurück oder eine kostenlose Umbuchung.

Grund für die verschärften Sicherheitsmaßnahmen ist der Verdacht, dass Terroristen des Islamischen Staates (IS) eine russische Passagiermaschine mit einer Bombe zum Absturz gebracht haben. Schon seit Freitag, 6. November, wird auf Flügen britischer Airlines das Gepäck der Kunden in Extra-Frachtmaschinen transportiert. Briten dürfen seitdem nur mit ihrem Handgepäck an Bord gehen.

Das Auswärtige Amt hat seinen Sicherheitshinweis für die südliche Sinai-Halbinsel bislang nicht verschärft. Die Behörde gibt allerdings an, dass die Bundesregierung deutsche Luftfahrtunternehmen angewiesen habe, bei Abflügen aus Scharm al-Scheich zusätzliche Sicherheitsauflagen zu beachten. Sie empfiehlt, dies bei der Buchung zu berücksichtigen. Wer einen Flug in den Badeort mit einer ausländischen Fluglinie gebucht habe, solle sich bezüglich deren Sicherheitsvorkehrungen direkt an die Fluglinie oder den Reiseveranstalter wenden.

abl/dpa



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