Deutsche unter Top-Touristen Knausrig, aber beliebt

Als hätten wir es nicht schon immer gewusst: Japaner sind im Urlaub stets höflich, Deutsche knapsen beim Trinkgeld und Franzosen können nur Französisch. Eine Umfrage unter Hoteliers nährt gängige Klischees und verrät, welche Landsleute ihr Zimmer nicht aufräumen.


Hamburg - Dass die Deutschen Reiseweltmeister sind, ist hinreichend bekannt. Dass wir am Urlaubsort auch zu den beliebtesten Gästen gehören, hat jetzt eine internationale Befragung unter Hoteliers ergeben. Dank ihres guten Benehmens und ihrer Sauberkeit landeten Urlauber aus Deutschland an Platz zwei einer Top-Liste der beliebtesten Touristen, zusammen mit den Briten. Übertroffen werden die beiden Länder nur noch vom Spitzenreiter Japan.

Viel Anerkennung ernten deutsche Touristen durch den Ehrgeiz, die Landessprache vor Ort zu sprechen - in dieser Disziplin landen sie auf dem zweiten Platz. Kritik gab es laut Studie allerdings für die Knausrigkeit beim Trinkgeld. Zum Trost: Noch weniger spendabel sind die Franzosen. Die Amerikaner hingegen gelten weltweit als äußerst großzügig und geben das meiste Trinkgeld.

Für die Best-Tourist-Studie hat das Marktforschungsinstitut TNS Infratest 4000 zufällig ausgewählte Hotelmanager aus 31 Ländern befragt. Sie konnten Bewertungen über ihre Gäste in zehn Kategorien abgeben, zum Beispiel Großzügigkeit, Kleidungsstil oder Interesse an landestypischem Essen. Auftraggeber der Studie ist das Online-Reiseportal Expedia.

In Sachen Kleidungsstil haben die Italiener und Franzosen die Nase vorn. Die Hoteliers sprachen den Italienern den besten Geschmack bei der Auswahl ihrer Garderobe zu. Wo Dolce Vita zu Hause ist, hält man es jedoch mit der Ordnung nicht so genau, wie die Punktebewertung der Hoteliers ergab: Italiener gehören zu den fünf unordentlichsten Nationen - zusammen mit Russen, Chinesen, Indern und US-Amerikanern.

Touristen aus den Vereinigten Staaten sind übrigens top, wenn es um das Erlernen der Sprache ihrer Gastgeber geht. Am wenigsten Mühe geben sich hingegen die Franzosen und die Chinesen.

Letztere bilden übrigens das Schlusslicht im Gesamtranking: Chinesische Touristen zeigen laut Befragung das geringste Interesse an lokalen kulinarischen Spezialitäten, geben wenig Geld aus und hinterlassen Zimmermädchen reichlich Arbeit. Dafür beschweren sich chinesische Hotelgäste sehr selten - in dieser Disziplin sind Amerikaner und Deutsche Spitzenreiter.

reh



insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
don_tango 25.06.2008
1. Amis und Trinkgeld
Das Amis das meiste Trinkgeld geben war klar. Wohin das führt wenn man nicht mit Geld umgehen kann, sehen wir ja gerade... ;-)
K&K, 25.06.2008
2. Trinkgeld
Zitat von don_tangoDas Amis das meiste Trinkgeld geben war klar. Wohin das führt wenn man nicht mit Geld umgehen kann, sehen wir ja gerade... ;-)
War gerade in der Türkei und habe Russen-Watching betrieben. Also die geben mal so nebenbei dem Barkeeper ein Trinkgeld in Höhe seines Monats- vielleicht sogar Jahressalärs. Kein Einzelfall! Da unterscheidet das Hotelpersonal schnell unter den Nationen, wer will es ihnen verdenken....
zorro.1, 25.06.2008
3. multilingual
"Touristen aus den Vereinigten Staaten sind übrigens top, wenn es um das Erlernen der Sprache ihrer Gastgeber geht." oups - bin ich immer nur business-maennern begegnet ?? wie ist das wohl erforscht worden ?? hinterlaesst mich jedenfalls total verbluefft und widerspricht allen meinen vorurteilen ...
K&K, 25.06.2008
4. Umfragen
Zitat von zorro.1"Touristen aus den Vereinigten Staaten sind übrigens top, wenn es um das Erlernen der Sprache ihrer Gastgeber geht." oups - bin ich immer nur business-maennern begegnet ?? wie ist das wohl erforscht worden ?? hinterlaesst mich jedenfalls total verbluefft und widerspricht allen meinen vorurteilen ...
Genau, diese doofen Erkenntnisse beweisen wieder mal den Wert von derartigen Umfragen. Hat wahrscheinlich so ein junger dynamischer Marketing-Fuzzi, schwarzer Anzug, Gel im Haar, Laptop unter der Achsel, rollerfahrend in der Fußgängerzone, verzapft.
joschid 25.06.2008
5. Die anderen ...
... sind natürlich von Natur aus verdächtig. Dass der Amerikaner nicht gerne fremdspricht, sagt uns ja – siehe oben – das Vorurteil, da braucht's keine Studie. Schade, dass uns der Artikel unsere Urteile über den Holländer (kommt mit Wohnwagen), den Schweden (säuft) und den Spanier (kommt mit seinen fetten Würsten) vorenthält, es hätte so schön werden können.
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