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27. Januar 2003, 14:50 Uhr

Die Bahn

"Pro Bahn" kritisiert Umgang mit Pendlern

Der Fahrgastverband hat die Bahn für ihren Umgang mit Pendlern kritisiert, die wegen Verspätung ihres Regionalzuges in einen ICE eingestiegen waren. Die Reisenden wurden vom Bundesgrenzschutz abgeführt und mussten außerdem kräftig drauf zahlen.

ICE: Reisende informieren, "anstatt sie mit dem Bundesgrenzschutz aus dem Zug zu holen"
DPA

ICE: Reisende informieren, "anstatt sie mit dem Bundesgrenzschutz aus dem Zug zu holen"

Berlin - Der Fahrgastverband "Pro Bahn" forderte das Unternehmen auf, Reisende über die bestehenden Regelungen zu informieren, "anstatt sie mit dem Bundesgrenzschutz aus dem Zug zu holen und ihre Personalien aufnehmen zu lassen". Das Verhalten der Pendler sei richtig gewesen.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Pendler zwischen Recklinghausen und Essen in einen ICE gestiegen waren, nachdem ihr Regionalzug zum wiederholten Male Verspätung hatte. In Essen sollen alle Beteiligten dann vom Bundesgrenzschutz abgeführt worden sein. Die Bahn verlangte ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 42 Euro von jedem Kunden für die nicht geplante ICE-Fahrt. "Pro Bahn" verwies darauf, dass Fahrgäste bei Verspätungen oder Zugausfällen mit anderen Zügen ihr Reiseziel ohne zusätzliches Entgelt erreichen könnten. Dies gehe aus den seit 15. Dezember 2002 geltenden Beförderungsbedingungen Personenverkehr der Bahn AG hervor. Pro-Bahn-Jurist Rainer Engel erklärte, die Bahn wäre gut beraten, die bestehenden Regeln ihren Fahrgästen mitzuteilen. Das Geld nicht zu zahlen, sei die richtige Entscheidung gewesen.

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