Disney World Vierjähriger stirbt nach Mars-Flugsimulation

Das Abenteuer endete tödlich: Im Freizeitpark Disney World in Florida ist ein vierjähriger Junge nach dem Besuch eines Flugsimulators gestorben. Schon früher mussten Fahrgäste wegen Brustschmerzen behandelt werden.


Lake Buena Vista - Daudi Bamuwamye hatte gestern Nachmittag gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester Walt Disney World besucht. Während eines Besuchs im Flugsimulator im "Mission: Space" verlor er das Bewusstsein, seine Mutter trug ihn aus dem Sitz und legte ihn auf eine Bank. Trotz Wiederbelebungsversuche starb der Vierjährige aus Pennsylvania später im Krankenhaus.

In "Mission: Space" unternehmen jeweils vier Fahrgäste einen simulierten Raketenflug zum Mond und zum Mars. Während der Flugsimulation wirken Kräfte bis zum Zweifachen der Erdanziehung auf den Körper.

Die genaue Todesursache konnte noch nicht festgestellt werden, eine Obduktion solle am Dienstag durchgeführt werden, erklärte die Polizei. Der Junge habe jedoch die Mindestgröße von 1,12 Meter für den Eintritt erfüllt. Laut der Disney-Website gibt es keine Altersbeschränkung.

Es hatte schon zuvor Warnungen vor der Simulation gegeben. Bereits seit 2003 verteilt Disney Spucktüten an die Fahrgäste. In den Jahren 2003 und 2004 wurden sechs Gäste des Freizeitpark über 55 Jahre nach "Mission: Space" wegen Brustschmerzen und Schwindel im Krankenhaus behandelt. Keiner erlitt jedoch ernsthafte Verletzungen. Auf Schildern wird den Besuchern geraten, nur dann einzusteigen, wenn sie keine Herz- oder Rückenbeschwerden oder Platzangst haben.

Nach dem Tod des Jungen wurde die 100 Millionen Dollar teure Attraktion, eine der beliebtesten im Disney World, geschlossen. In einer Presseerklärung kündigte ein Sprecher des Freizeitparks an, die Familie unterstützen zu wollen und alles zu tun, um ihnen in der schweren Zeit zu helfen.



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