DLRG-Statistik Zahl tödlicher Badeunfälle steigt deutlich

Gefahr an unbewachten Gewässern: Im Jahr 2008 sind fast 500 Menschen bei Wasserunfällen ums Leben gekommen, deutlich mehr als im Vorjahr. Nur ein geringer Anteil der Unglücke passierte in der Nord- und Ostsee.


Hannover - Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Nach Angaben der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verloren 2008 insgesamt 475 Menschen bei Wasserunfällen ihr Leben, das waren 12,3 Prozent mehr als im Jahr 2007. Ursache des Anstiegs waren das bessere Badewetter und eine hohe Zahl von Gewässerunfällen außerhalb der Badesaison, wie DLRG-Präsident Klaus Wilkens am Donnerstag in Hannover sagte.

Laut der DLRG-Statistik ereigneten sich mehr als 90 Prozent der 475 tödlichen Wasserunfälle im Binnenland. So ertranken allein in Flüssen und Seen 350 Menschen. In Kanälen und Hafenbecken kamen 49 Menschen ums Leben, weitere 21 in Gartenteichen, Gräben und Swimmingpools. Zehn Menschen ertranken in Schwimmbädern. Insgesamt 14 verloren in Nord- und Ostsee ihr Leben.

Die DLRG will die Zahl der Unfälle in unbewachten Gewässern mit Hilfe von Risikoanalysen senken. Auf Grundlage der Analysen solle über Gefahren besser informiert und das Baden an besonderen Gefahrenstellen auch verboten werden, sagte DLRG-Präsident Wilkens.

Über 200 Menschen sind nach Angaben von Wilkens im vergangenen Jahr in den sieben Monaten außerhalb der Badesaison ertrunken. Oft seien sie von Booten oder Ufern ins Wasser gestürzt, ins Eis eingebrochen oder nach Autounfällen ertrunken, sagte er.

In der DLRG-Statistik sind Suizide in Gewässern nicht mehr aufgeführt. Auch die Vergleichszahlen aus den Vorjahren hat die Organisation entsprechend bereinigt.

sto/AP



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