Drohnen über London-Gatwick Polizei soll Verdächtige im Blick haben

Auf dem Londoner Airport Gatwick ist der Flugverkehr nach Drohnenstöraktionen wieder angelaufen. Die Behörden haben laut Medienberichten verdächtige Personen ermittelt, bisher wurde jedoch niemand festgenommen.

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Nach gezielten Drohnen-Störaktionen, die den Londoner Flughafen Gatwick 36 Stunden lahmlegten, sind die britischen Behörden immer noch auf der Suche nach den Tätern. Steve Barry von der Polizei von Sussex sagte der BBC, dass persons of interest - verdächtige Personen - im Zuge der Ermittlungen identifiziert worden seien. Die Polizisten hätten jedoch noch keine Erkenntnisse über die Motive. Auch sei noch niemand befragt oder festgenommen worden.

Am Mittag hatten die Ermittler laut Verkehrsminister Chris Grayling noch keine heiße Spur. "Die Polizei hat eine Reihe von Ermittlungssträngen und es gibt Spekulationen, es könne sich um einen Protest von Umweltschützern handeln, aber wir wissen es wirklich nicht", sagte Grayling im BBC-Radio. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht. Trotzdem forderte er lange Haftstrafen für die Täter.

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Drohne über London-Gatwick: Airport streicht alle Flüge

Am Freitagmorgen war der Flugbetrieb zwar wieder aufgenommen worden, doch rund 25.000 Reisende waren von Flugstreichungen betroffen. Von 837 geplanten Flügen fielen mindestens 155 aus. Passagiere wurden gebeten, sich vor der Anreise nach Gatwick bei ihrer Airline zu informieren, ob ihr Flug stattfindet. Insgesamt wurden durch die Störaktionen die Reisepläne von rund 150.000 Menschen durchkreuzt.

Die Sicherheit sei inzwischen durch Abwehrmaßnahmen des Militärs gewährleistet, sagte Gatwick-Betriebsdirektor Chris Woodroofe der BBC. Zu welchen Mitteln die Armee dabei greift, dürfe er nicht preisgeben. Er könne jedoch nicht ausschließen, dass es zu weiteren Störungen im Flugbetrieb komme. Etwa 40 Mal waren die Drohnen zuvor über dem Flughafen gesichtet worden. Es handelt sich dabei nach Angaben der Polizei um Drohnen für den professionellen Gebrauch.

Seit Mittwochabend war in Gatwick - abgesehen von einer dreiviertelstündigen Unterbrechung - kein einziges Flugzeug mehr gelandet oder gestartet. Ankommende Maschinen mussten umgeleitet werden und teils Hunderte Kilometer entfernte Airports wie Amsterdam und Paris ansteuern. Die Einsatzkräfte konnten die Störmanöver trotz eines großen Polizeieinsatzes mit Hubschrauber, Scharfschützen und Spezialgerät der Armee zunächst nicht unterbinden.

Der Abschuss der Drohnen war lediglich als "taktische Option" in Erwägung gezogen worden. Die Gefahr durch fehlgeleitete Geschosse sei zu groß, sagte Verkehrsminister Grayling. "Man kann nicht einfach aufs Geratewohl Waffen in einem bebauten Gebiet um den Flughafen abfeuern. Das hätte Konsequenzen, wenn es schief ginge", sagte Grayling.

Mit mehr als 45 Millionen beförderten Passagieren im vergangenen Jahr ist Gatwick der siebtgrößte Flughafen in der EU - und der zweitgrößte Großbritanniens, hinter dem europaweiten Spitzenreiter London-Heathrow.

abl/dpa



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