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28. August 2009, 14:10 Uhr

Dürre in Kenia

Touristen stoßen auf unzählige Tierkadaver

Im Süden Kenias hat es seit drei Jahren nicht genügend geregnet. Die Menschen leiden, und vor allem im Nationalpark Amboseli hat ein dramatisches Tiersterben begonnen. Zebras, Elefanten, Antilopen und Gnus verenden, die Safaritouristen sind schockiert.

Nairobi - Tierschützer und Wildhüter im Amboseli-Nationalpark im Süden Kenias berichteten von unzähligen Kadavern verendeter Zebras, Elefanten, Antilopen und Gnus. Touristen, die auf ein Safari-Paradies hofften, reagierten schockiert, sagte der Manager einer Lodge des Parks am Fuß des Kilimandscharo.

In Amboseli und dem von Massai-Viehzüchtern bewohnten Umland hat es drei Jahre hintereinander nicht ausreichend geregnet. Flüsse und Wasserlöcher sind weitgehend ausgetrocknet, viele Tiere zu schwach für weite Wanderungen zur nächsten Wasserstelle.

"Die Gäste kommen unglücklich von ihren Fahrten zurück. Man kann keine 600 Meter weit fahren, ohne auf Tierkadaver zu stoßen", klagte der Hotelmitarbeiter. Manche Besucher seien so entsetzt, dass sie auf weitere Fahrten verzichteten.

Nach Angaben eines Sprechers der Naturschutzorganisation Amboseli Trust for Elephants sind in diesem Jahr etwa 50 Elefantenkälber an den Folgen der Dürre gestorben. Zudem müsse befürchtet werden, dass nahezu alle im Jahr 2009 geborenen Kälber sterben werden, da bei den Müttern wegen des Nahrungs- und Wassermangels die Milch versiege.

Die Zahl der Dickhäuter in Kenia ist bereits wegen der zunehmenden Wilderei zurückgegangen.

abl/dpa

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