Fiebermessen am Flughafen EU erwägt verschärfte Passagierkontrollen wegen Ebola

Zum Schutz vor Ebola haben die USA ihre Kontrollen am Flughafen bereits verschärft, jetzt denkt auch die EU über solche Maßnahmen nach. Wegen des Falls einer erkrankten Frau in Spanien wächst die Sorge über eine weitere Ausbreitung der Seuche.

Schutzkleidung gegen Ebola in Spanien: EU denkt über Kontrollen nach
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Schutzkleidung gegen Ebola in Spanien: EU denkt über Kontrollen nach


Brüssel - Nachdem eine Frau in Spanien sich mit Ebola infiziert hat, denkt die Europäische Union (EU) darüber nach, verschärfte Kontrollen an Flughäfen für Reisende aus Westafrika einzuführen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Man diskutiere entsprechende Maßnahmen mit den Mitgliedsländern, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Das Thema werde bei der Ratssitzung der EU-Gesundheitsminister am kommenden Donnerstag erörtert. Den internationalen Regeln folgend, würden Reisende bisher vor dem Abflug in den betroffenen Gebieten untersucht, also sogenannten Exit Screenings unterzogen.

Die USA haben bereits angekündigt, Fluggäste aus den vom Ebola-Virus betroffenen afrikanischen Ländern an einigen Flughäfen auch "Entry Screenings" zu unterziehen. Dabei werden laut einem Informationsblatt der Gesundheitsbehörde CDC die Passagiere unter anderem besonders befragt, um das Risiko einer Erkrankung festzustellen, bei ihnen wird Fieber gemessen, und sie werden auf andere Symptome von Ebola untersucht.

Zu verschärften Kontrollen wird es ab Samstag zunächst am John-F.-Kennedy Flughafen in New York kommen, die Flughäfen in Newark (New Jersey), Dallas (Texas), Chicago (Illiois) und Atlanta (Georgia) folgen.

Am Mittwoch war ein aus Liberia stammender Ebola-Patient im US-Bundesstaat Texas gestorben. In Spanien hatte sich die erkrankte Frau offenbar durch einen Hautkontakt mit einem kontaminierten Arbeitshandschuh infiziert.

In Deutschland wird derweil zum dritten Mal ein Ebola-Patient aus Westafrika behandelt. Der Mann wurde im Leipziger Klinikum St. Georg aufgenommen. Zwei weitere Patienten waren zuvor in Hamburg und Frankfurt behandelt worden.

emt/Reuters



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artemis1 09.10.2014
1. was für ein Unsinn
das Virus ist doch schon längst nicht mehr zu stoppen, da hätte die Welt viel früher reagieren müssen; was ist außerdem mit Transitpassagieren und Leuten, die aus anderen Ländern einreisen, nach dem sie in den betroffenen Ländern waren? Und anderen Flughäfen, Bahnhöfen, Grenzübergängen?
command 09.10.2014
2. Intensivrettungswagen (IRTW)
mir stellt sich bei den diversen Transporten von Ebola- beziehungsweise Ebola-Verdachtspatienten nur eine Frage. Werden hier tatsächlich immer sogenannte IRTWs eingesetzt? In Leipzig war das der Fall. In Frankfurt am Main, handelte es sich um einen Intensivtranport-Wechselaufbau, der zwar nicht im Innenraum mit Edelstahl ausgekleidet ist, aber zumindest getrennt zur Fahrerkabine ist. Als es jedoch in einem Berliner JobCenter zu einem Verdachtsfall kam, handelte es sich definitiv um einen normalen Rettungswagen, der weder über eine Trennung zum Fahrerraum noch über eine gesonderte Katalysatoren beziehungsweise über eine umluftunabhängige Technik verfügte. Zudem gibt es in Berlin auch keinen Desinfektor bei der dortigen Berufsfeuerwehr. Was nützen dann sogenannte Level 4 Stationen und spezieller Lear-Jets mit Isolationszellen, wenn die Kette durch den notwendigen Transport vom Flughafen zur Zielklinik derart eklatant unterbrochen wird.
uwebenkert 09.10.2014
3. Fiebermessen????
Ich frage mich nur, was das Fiebermessen bei einer Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen bringen soll? Damit fallen all die Erkrankten durchs Raster, die zwar die Infektion in sich tragen, jedoch noch kein Fieber haben. Ich denke tatsächlich, dass die bekannten Länder vom Weltreiseverkehr temporär ausgeschlossen werden müssen. Nur dann, bleibt die Krankheit in diesen Ländern.
lawlord 09.10.2014
4. viel zu wenig
denn Flugverbot aus Westafrika und Quarantäne für alle direkt oder über Transitländern Einreisenden für 21 Tage ist unbedingt erforderlich - wann fängt unsere Regierung endlich an, unsere Gesundheit zu schützen ?
trauschauwem@SPON 10.10.2014
5. @ uwebenkert 18:14, @ SPON
Warum es in dieser Situation überhaupt einen - wohlgemerkt - zivilen - Flugreiseverkehr geben muß, verstehe ich nicht wirklich. Natürlich muß vermieden werden, daß die drei betroffenen Länder wirschaftlich in die 'Steinzeit' zurückfallen, mal übertrieben gesagt. Inwieweit aber zur Aufrechterhaltung der Volkswirtschaften dort der zivile Luftverkehr vonnöten ist, will mir nicht in den Kopf. Ließen sich die notwendigen geschäftlichen 'Kontakte' nicht vorrübergehend per Telefon, Fax, Emails abwickeln? Was den Frachtverkehr betrifft, leuchtet mir vollkommen ein, dass hier eine Unterbrechung der Handelslinien fatale Folgen hätte.
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