Eingeschleppt Moskitos bringen Malaria vor die Haustür

Knapp 90 Menschen sind in den vergangenen 30 Jahren in der Nähe von Flughäfen an Malaria erkrankt. Zum Schutz der Bevölkerung fordert die WHO den verstärkten Einsatz von Insektiziden in Flugzeugen.


Gefahr im Flieger: Malaria-Mücken an Bord
DPA

Gefahr im Flieger: Malaria-Mücken an Bord

Genf - Die Wahrscheinlichkeit der so genannten "Flughafen-Malaria" erhöht sich nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch die zunehmende Häufigkeit von Flugreisen. Die WHO rief Regierungen und Fluggesellschaften dazu auf, sich der Gefahr bewusst zu werden, die von eingeschleppten Moskitos ausgeht.

Zwischen 1969 und 1999 registrierte die WHO 89 Fälle von Malaria bei Patienten, die in der Nähe von Flughäfen leben. Diese Infektion fand aber in Ländern statt, in denen die Tropenkrankheit normalerweise nicht auftritt. Die Ärzte diagnostizierten die Krankheit oft zu spät. Somit seien Anwohner, die durch den Stich einer mit dem Flugzeug eingeschleppten Mücke an Malaria erkranken, besonders gefährdet, teilte die WHO mit.

Die meisten Fälle von "Flughafen-Malaria" wurden im untersuchten Zeitraum in Frankreich verzeichnet, nämlich 26, gefolgt von Belgien mit 17 und Großbritannien mit 14. Fünfmal sei die Krankheit tödlich verlaufen.

Die WHO hatte die Studie in Auftrag gegeben. Sie wollte herausfinden, ob etwa das Versprühen von Insektenvernichtungsmitteln in der Passagierkabine von Flugzeugen notwendig ist. Obwohl die Experten der Organisation in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass die von Fluggesellschaften benutzten Insektizide keine Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellen, seien immer einige Passagiere beunruhigt. Nach Ansicht der WHO muss außerdem die Methode der Insektenvernichtung verbessert werden. Beispielsweise müssen auch die Moskitos erreicht werden, die im Handgepäckfach sitzen.

Laut WHO erkranken jährlich 300 bis 500 Millionen Menschen an Malaria. Mindestens eine Million davon sterben an der Tropenkrankheit. Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, die Anzahl der Malaria-Toten bis zum Jahr 2010 zu halbieren.



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