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29. Oktober 2018, 18:11 Uhr

Gemeinsame Flugverbindungen

Emirates und Easyjet wollen miteinander fliegen

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Ein Ticket, ein weltumspannendes Netz, kein Ärger: die arabische Fluggesellschaft und der britische Billigflieger wollen künftig kooperieren - und der Konkurrenz Passagiere abspenstig machen.

Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai und der britische Billigflieger Easyjet wollen künftig gemeinsame Flugverbindungen anbieten. "Wir wollen Passagieren die Möglichkeit geben, mit einer Kombination von Emirates und Easyjet zwischen Europa und Dubai zu fliegen", sagte Thierry Antinori, der Chief Commercial Officer von Emirates, am Montag in Hamburg. Demnach soll Easyjet innereuropäische Zubringerflüge zu von Emirates angeflogenen Flughäfen übernehmen. "Ich hoffe, wir einigen uns noch im Laufe dieses Jahres", sagte Antinori.

Mit dem Kooperationsabkommen wollen Emirates und Easyjet neue Kundschaft erschließen - und Wettbewerbern wie der Lufthansa die Passagiere abspenstig machen. Emirates etwa darf in Deutschland laut Luftverkehrsabkommen nur vier Flughäfen anfliegen: zurzeit sind das Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg.

Seit Jahren kämpft die nach Passagierkilometern viertgrößte Fluglinie der Welt darum, auch Berlin und Stuttgart ansteuern zu dürfen - bislang vergebens, auch wegen des Widerstandes der Lufthansa. Dadurch ist es unattraktiv für Berliner oder Stuttgarter, überhaupt mit Emirates zu reisen. Künftig aber könnten Passagiere mit Easyjet von Berlin nach München oder Frankfurt fliegen - und dort in einen Emirates-Flieger umsteigen. Auf einem gemeinsamen Ticket.

Nicht neu, aber einfacher

Theoretisch ist diese Kombination jetzt schon möglich - allerdings mit separaten Buchungen. So müssten Passagiere heute zuerst in Tegel bei Easyjet einchecken, ihre Koffer dann in München vom Band holen, sich dort nochmals bei Emirates in die Schlange stellen und schließlich durch die Sicherheitskontrolle quälen. Landet die Easyjet-Maschine zu spät in München für den Anschlussflieger nach Dubai, haben sie Pech. Emirates übernimmt dann keine Verantwortung. Viele Flugbuchungssysteme zeigen solche Kombinationen daher gar nicht erst an.

Die beiden Airlines arbeiten daran, derlei Verbindungen künftig gemeinsam anzubieten und es den Passagieren leicht zu machen. "Das Produkt soll einfach zu buchen sein", sagte Antinori. Kein Kunde werde am Umsteigeflughafen Koffer tragen müssen. Und es werde "klare Regelungen geben, wer zuständig ist, wenn es Probleme gibt". Am Flughafen London-Gatwick testen Emirates und Easyjet bereits ihre Zusammenarbeit; bislang aber müssen die Passagiere dort noch immer ihre Koffer umpacken und abermals durch die Sicherheitskontrolle.

Für Emirates würde die Zusammenarbeit mit Easyjet de facto eine erhebliche Ausweitung ihres Einzugsgebietes bedeuten. Die Araber steuern zurzeit etwa 40 Flughäfen in Europa an, Easyjet hingegen 130. Für Easyjet ist die Zusammenarbeit ebenfalls attraktiv: die Briten könnten ihre Jets durch den Zubringerverkehr noch besser auslasten. Und ihrerseits mehr Interkontinentalverbindungen anbieten.

Ein Deal zwischen Emirates und Easyjet wäre nicht der erste seiner Art. Der irische Billigflieger Ryanair übernimmt seit einiger Zeit Zubringerflüge für die spanische Air Europa. Und der deutsche Low-Cost-Carrier Eurowings fliegt unter anderem für South African Airways und Singapore Airlines.

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