Entschädigung bei Verspätung Wie eine Biene den Heimflug vermieste

Die Biene war schuld. Für eine Verspätung, die ein Insekt verursacht hat, will eine Fluglinie keine Entschädigung zahlen. Das Gericht gibt dem Unternehmen prinzipiell recht, doch Geld bekommt der Kläger dennoch.

Biene: Wenn so ein Insekt in die Flugzeugtechnik gerät, kann das sogar die Gerichte beschäftign
DPA

Biene: Wenn so ein Insekt in die Flugzeugtechnik gerät, kann das sogar die Gerichte beschäftign


Düsseldorf - Kommt es an einem Flugzeug zu einem Defekt, weil eine Biene in die Technik eingedrungen ist, handelt es sich dabei um einen außergewöhnlichen Umstand. Den Passagieren steht somit keine Ausgleichszahlung zu.

Allerdings muss die Airline beweisen, dass sie alles unternommen hat, um eine Verspätung zu verhindern. Das hat das Amtsgericht Düsseldorf entschieden. Auf das Urteil weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" hin.

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger einen Flug von Antalya nach Düsseldorf gebucht. Er hatte massiv Verspätung. Diese begründete die Airline damit, dass bei einem vorangegangenen Flug eine Biene in das sogenannte Pitot-Rohr geflogen war, das für die Geschwindigkeitsmessung zuständig ist. Deshalb habe man auf ein Ersatzflugzeug umsteigen müssen. Nach Ansicht der Airline handelte es sich um einen außergewöhnlichen Umstand, eine Ausgleichszahlung stehe den Passagieren deshalb nicht zu.

Grundsätzlich sei die Biene im Pitot-Rohr ein außergewöhnlicher Umstand, entschied das Gericht. Da davon jedoch der vorherige Flug betroffen war, hätte die Airline darlegen müssen, was sie alles unternommen hat, um den Folgeflug pünktlich starten zu lassen. Das habe sie jedoch nicht gemacht. Den Passagieren stehe deshalb dennoch eine Ausgleichszahlung zu.

Amtsgericht Düsseldorf, Aktenzeichen: 36 C 6837/13

abl/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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DMenakker 21.03.2014
1.
Und was soll das jetzt? Soll der Flieger nächstes Mal mit Insekten im Pitot Rohr starten? Der letzte war, moment mal, hiess glaube ich Birgenair, die Fluglinie. Und zu Pitotrohren allgemein: Nur mal nach AF 447 schauen. Aber Hauptsache, der "Verbraucher" hat "denen da oben" mal wieder was abgeschnorrt. Moralisch ist das nämlich das "haste mal'n Euro" Level.
Butenkieler 22.03.2014
2. total sinnentleert
meinem Vorredner (DMenakker) zufolge sollen also auf alle Reiserechte verzchtet werden, damit die Fluggesellschaften mit dem Reisenden machen können, was sie wollen? Hauptsache Geld fließt in die richtige Richtung!
Der_zu_spät_geborene 22.03.2014
3. Soso...
"meinem Vorredner (DMenakker) zufolge sollen also auf alle Reiserechte verzchtet werden, damit die Fluggesellschaften mit dem Reisenden machen können, was sie wollen?" Was Sie nicht alles aus DMenakkers Post rauslesen. Anstatt froh zu sein, das NICHT mit verstopftem pitot geflogen wird, klagt 'man'. Dem Kläger gehört ein fettes "N" in den Pass gestempelt, für Nichtfliegen und nie wieder ein Ticket verkauft.
schlawiano 22.03.2014
4.
Die Ausgleichszahlung musste die Fluggesellschaft zahlen, weil sie eben nicht genug getan hatte um bei nachfolgenden Flügen eine MASSIVE Verspätung zu vermeiden. Wie weit die Verspätung zu persönlichen Einbußen geführt hat weiß man ja nicht. Vll. hatte er guten Grund.
JStahl 16.09.2014
5.
Das ist ein wichtiger Punkt. Die Fluggesellschaft muss nachweisen können, dass sie alles getan hat, um den Folgeflug pünktlich starten zu lassen. In solchen Fällen steht den Passagieren Entschädigung zu. Mit www.refund.me/de kann man einen Anspruch durchführen.
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