SPIEGEL ONLINE

Erdbeben, Wirbelsturm, Tsunami Paar erlebt Katastrophen-Flitterwochen

Ihre Route führte sie nach Australien, Neuseeland und Japan - just in der Zeit, als dort Erdbeben, Überschwemmungen und ein Tsunami die Menschen schockierten. Ein schwedisches Paar hat auf seiner Hochzeitsreise alle großen Naturkatastrophen der vergangenen Monate erlebt.

Was sie aus vier Monaten auf Hochzeitsreise gelernt haben? "Dass man immer das Schlimmste erwarten und das Beste hoffen muss. Und dass man auf alles vorbereitet sein muss", sagen die Schweden Stefan und Erika Svanström. Sie haben zusammen mit ihrer jetzt zehn Monate alten Tochter eine Reise erlebt, bei der sie sämtliche Naturkatastrophen der vergangenen Monate miterlebten.

Als Zyklon "Yasi" Australien heimsuchte, waren sie dort, ebenso beim Erdbeben im neuseeländischen Christchurch. Und sie waren in Tokio, als Erdbeben und Tsunami das Land trafen.

Schon der Beginn ihrer Reise stand unter keinem guten Stern. Beim ersten Zwischenstopp in München wurde ihr Flieger nach Singapur wegen der heftigsten Schneestürme des Jahres gestrichen, eine unfreiwillige Übernachtung in Deutschland war die Folge.

"Danach hatten wir einen sehr schönen Monat in Thailand ohne große Unglücke. In Bali haben uns dann schwere Monsunregen erwischt, aber das ist im Januar normal", sagte Stefan Svanström der Internetseite Aol.com. In Australien wurden sie Zeugen von gleich zwei schweren Katastrophen. Sie waren in Perth, als dort heftige Waldbrände wüteten, flogen weiter nach Cairns: Dort tobte der Zyklon "Yasi", das Paar wurde in eine Sporthalle in Sicherheit gebracht. Zusammen mit 2500 weiteren Menschen verbrachten sie dort auf dem Boden die Nacht in Sicherheit. "Das war eine etwas andere Flitterwochen-Erfahrung", sagt Svanström.

Von einer Katastrophe zur nächsten

Also ab in den Flieger in Richtung Neuseeland. Kurz bevor sie ihr Handy in der Kabine ausschalteten, kam noch ein Anruf: "Meine Mutter war dran und fragte 'Lebt ihr noch? Wo seid ihr? Seid ihr im Erdbebengebiet?"", erzählt Erika Svanström. Kurz bevor das Paar wie geplant nach Christchurch kam, war es dort zu einem verheerenden Erdbeben gekommen.

"Die emotional aufwühlendste Erfahrung war aber Japan", erinnert sich Svandström. Das Paar war in Tokio, als das Erdbeben der Stärke 9,0 das Land traf, als der Tsunami große Teile der Küste zerstörte. Sie saßen in dem Moment in einem Restaurant, Einheimische brachten sie dazu, nach draußen zu gehen. "Alles wurde durchgeschüttelt, die Masten der Straßenlampen haben heftig gewackelt", sagt Stefan Svanström. "Wir denken viel an die Menschen dort."

Inzwischen sind die Svanströms wieder sicher in ihrer schwedischen Heimat angekommen. Für manche Bekannte ein Grund zur Sorge: "Wir wollen nicht, dass ihr nach Hause kommt - man sieht ja, was passiert, wenn ihr in der Nähe seid", schrieben Freunde dem Paar über Facebook.

sto/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.