Neue Richtlinie EU-Behörde erlaubt volle Handynutzung an Bord

Ob Smartphone, Laptop oder E-Reader - elektronische Geräte dürfen nach einer neuen EU-Regelung im Flugzeug durchgehend empfangsbereit bleiben. Die Entscheidung darüber liegt jedoch bei den Fluglinien selbst.
Flugzeug: Easa erlaubt Handynutzung im Flugzeug

Flugzeug: Easa erlaubt Handynutzung im Flugzeug

Foto: Matt Slocum/ AP

Köln - Jahrelang wurde Fluggästen erklärt, die Sicherheit sei gefährdet, wenn sie ihre Handys, Tablets und Laptops während des Fluges nicht ausschalten. Jetzt können Airlines das Telefonieren problemlos zulassen. Die Europäische Aufsichtsbehörde für Flugsicherheit (EASA) hat eine neue Richtlinie erlassen , die das Benutzen der elektronischen Geräte erlaubt.

Die Passagiere müssen demnach ihre Handys und mobilfunkfähigen Laptops und Tablets vor dem Start nicht mehr in den Flugmodus umstellen. Jedoch müssten die einzelnen Airlines ihre Flugzeuge noch selbst auf bestimmte Sicherheitsstandards hin prüfen, heißt es in einer Mitteilung der Behörde mit Sitz in Köln. Die Entscheidung liege jeweils bei der Fluglinie. Von den US-Luftfahrtbehörden sind ähnliche Pläne bekannt.

Die Lufthansa begrüßte die neue Richtlinie. "Wir werden möglichst schnell versuchen, unseren Kunden das anzubieten", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Am Verbot des Telefonierens an Bord per Handy oder Skype halte die Fluglinie aber weiter fest, sagte er. Dies habe keine technischen Gründe, sondern "das entspricht sehr deutlich dem immer wieder geäußerten Kundenwunsch".

Die Überprüfung auf bestimmte Sicherheitsstandards sei in Absprache mit den Herstellern bei modernen Flugzeugtypen kein Hindernis, sagte der Lufthansa-Sprecher. Die Bordelektronik habe sich schon bei früheren Lockerungen als störsicher erwiesen.

Air Berlin erklärte, die neuen EU-Vorgaben führten nicht automatisch zur Freigabe elektronischer Geräte an Bord. "Vielmehr ist jede Airline verpflichtet, für ihre Flugzeuge vor einer entsprechenden Nutzungsanpassung technische Prüfungen durchzuführen und die entsprechenden behördlichen Genehmigungen einzuholen", teile die Fluggesellschaft mit.

Lufthansa und Air Berlin erlauben seit Februarund Mai die Nutzung von elektronischen Geräten an Bord - allerdings im Flugmodus. Ende 2013 hatte die EASA dazu die rechtlichen Voraussetzungengeschaffen.

Einige Gesellschaften haben bereits den kostenlosen Zugang zum mobilen Internet in ihren Flugzeugen während des Fluges ermöglicht - darunter Norwegian, Air China und Turkish Airlines. Andere Fluggesellschaften wie Lufthansa bieten den Service gegen Gebühr, etwa auf ausgewählten Langstreckenflügen an. Passagiere beklagten bisher die oft schlechte Qualität der Verbindungen und das schleppende Tempo der Datenübertragung.

Einige Airlines hatten bereits erwogen, auch das Telefonieren einzuführen. Dies wurde aber bisher auf der Grundlage von Kundenumfragen hintenangestellt, etwa bei der US-Fluglinie Delta. British Airways erlaubt auf einem Business-Class-Flug von London nach New York zwar SMS-Nachrichten und Internetzugang, blockiert aber Telefongespräche, um die Ruhe in der Kabine nicht zu stören.

abl/dpa
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