Angebliche Preisunterschiede EU-Kommission stellt Verfahren gegen Disneyland Paris ein

Disneyland Paris hat sein Preissystem noch mal überprüft. Daher hat die EU-Kommission ein Verfahren gegen den Freizeitpark eingestellt. Zuvor gab es Beschwerden über unterschiedlich teure Tickets.

Disneyland Paris: 14 Millionen Besucher pro Jahr
DPA

Disneyland Paris: 14 Millionen Besucher pro Jahr


Die EU-Kommission hat ihr Verfahren gegen Disneyland in Paris wegen teilweise erhöhter Ticketpreise eingestellt. Der Vergnügungspark habe seine Buchungs- und Zahlungsmodalitäten in Einklang mit EU-Recht gebracht, teilte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Montag mit.

Privatkunden und Verbraucherschützer hatten sich zuvor beschwert, dass Disneyland je nach Nationalität und Wohnort von den Kunden unterschiedliche Preise verlangte. Käufer in Frankreich profitierten demnach von speziellen Angeboten, die in Deutschland etwa nicht zu erwerben waren. Franzosen sollten für ein Premium-Paket von Europas größtem Freizeitpark 1346 Euro, Briten aber 1870 Euro und Deutsche sogar 2447 Euro zahlen.

Zudem sei es vorgekommen, dass Verbraucher, die online bestellen wollten, vom Anbieter auf dessen deutsche Internetseite geleitet wurden, auf der der gleiche Artikel mehr kostete. Eine solche Diskriminierung verstößt laut EU-Kommission gegen europäisches Recht - die EU-Dienstleistungsrichtlinie.

In verschiedenen Märkten unterschiedliche Preise zu verlangen, sei nicht illegal, erklärte die Sprecherin der EU-Kommission. Jedoch dürften Verbraucher nicht daran gehindert werden, das jeweils günstigste Angebot in Anspruch zu nehmen.

Seit der Luxemburger Jean-Claude Juncker im November 2014 EU-Kommissionspräsident wurde, führt die Kommission eine Offensive gegen nationale Handelsbarrieren, die zu Lasten der Verbraucher gehen. Die US-Firmen Amazon, Google und Apple zählten zu den ersten Unternehmen, die dies in Form von EU-Verfahren zu spüren bekamen.o.

Fotostrecke

5  Bilder
Disneyland Paris: Mickey Mouse hat Schulden

abl/dpa



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
klumpescheel 18.04.2016
1. Wahnsinnspreis
2447 Euro? Was bekommt man denn dafür? Eintritt auf Lebenszeit?
scooby11568 19.04.2016
2. Auf verschiedenen Märkten verschiedene Preise...
verstehe ich nicht. Das Produkt existiert nur an einem Ort, also in einem Markt. Waren können von Land zu Land unterschiedlich teuer sein, sind dann aber auch in mehreren Ländern erhältlich. Kann man verstehen. Aber das ist eine Unverschämtheit und, wenn man es genau nimmt, diskriminierend. Dagegen sollte die EU auf jeden Fall vorgehen.
Immanuel K. 19.04.2016
3. Nationale Handelsbarrieren...
...zu Lasten der (deutschen) Verbraucher gibt es auch noch etwas subtiler: Sony verlangt für seine hochpreisigen Vollformatkameras mit deutscher Menüführung 30% mehr als für die gleiche Kamera mit englischer Menüführung - das können dann schon mal 800,-€ sein. Natürlich verhindert Sony das Aufspielen der deutschen Firmware auf die "englischen" Modelle...
wll 19.04.2016
4. Kein Titel
Zitat von scooby11568verstehe ich nicht. Das Produkt existiert nur an einem Ort, also in einem Markt. Waren können von Land zu Land unterschiedlich teuer sein, sind dann aber auch in mehreren Ländern erhältlich. Kann man verstehen. Aber das ist eine Unverschämtheit und, wenn man es genau nimmt, diskriminierend. Dagegen sollte die EU auf jeden Fall vorgehen.
Keine Sorge, das ist ein absolut übliches Vorgehen. Die Preise werden je nach Land an die dortige Kaufkraft angepasst. Autos, Medikamente etc. kosten dann eben in Ländern wie Griechenland oder Portugal erheblich weniger als bei uns. Aus genau diesem Grund nehmen ja auch Reimporte stark zu. Mein Dauermedikament kostet beispielsweise in Deutschland regulär fast 80 Euro für die N3-Packung, als Reimport (gleicher Hersteller, kein Generikum) dagegen lediglich 48 Euro. Da Sie getrost davon ausgehen können, dass beim Reimport Kosten anfallen und sowohl der Hersteller als auch der Reimporteur Gewinn dabei machen, können Sie sich vorstellen, welche Margen die Hersteller auf dem deutschen Markt einfahren. Oder anders ausgedrückt, die deutschen Kunden subventionieren die Preise für praktisch den gesamten Rest Europas (oder der Welt). Da ist es nur legitim, sich über die konsequente Nutzung des Gemeinsamen Markts zu wehren. Gut, dass die EU-Kommission gegen die dreisten Versuche der Firmen, dies zu verhindern, vorgeht...
toledo 19.04.2016
5. Liebes SPON..
wieso steht in der Überschrift 'Angebliche' Preisunterschiede..?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.