EU-Staaten Flüssigkeitsverbot wird für Transitpassagiere aufgehoben

In der EU wird das Verbot von Flüssigkeiten im Flugzeug-Handgepäck bald gelockert. Davon profitieren allerdings nur wenige Reisende: Die Neuregelung gilt lediglich für Passagiere aus Drittstaaten, die für einen Zwischenstopp in Europa aufsetzen.


Berlin - Transitpassagiere aus Staaten außerhalb der Europäischen Union (EU) können ab Monatsende wieder bestimmte Flüssigkeiten mit ins Flugzeug nehmen. Am 29. April wird an den deutschen und vielen EU-Flughäfen das Flüssigkeitsverbot teilweise aufgehoben.

Eingeführt wurde das Verbot 2006, nachdem Terroristen mithilfe von Flüssigsprengstoff vergeblich versucht hatten, mehrere vom Londoner Flughafen Heathrow startende Passagierjets gleichzeitig zu zerstören.

Seither dürfen Passagiere Flüssigkeiten im Handgepäck nur in Behältern mit an Bord nehmen, deren Fassungsvermögen 100 Milliliter nicht übersteigt. Diese Flaschen, Dosen und Tuben müssen in einem wiederverschließbaren Plastikbeutel verpackt werden, der seinerseits maximal einen Liter fasst. Mehr war buchstäblich nicht drin.

Daran ändert sich für alle EU-Inlandsflüge und für alle Flüge, die in der Europäischen Union starten, auch ab dem 29. April nichts. Besser gestellt werden nur Reisende, die aus Drittstaaten in die EU einfliegen und dort noch einmal umsteigen, also beispielsweise Menschen, die mit Langstreckenflügen in Frankfurt oder München landen und an andere Airports in Deutschland weiterfliegen.

Bisher mussten diese Fluggäste bei der Handgepäckkontrolle des EU-Anschlussflugs Flüssigkeiten entsorgen, die nicht in das obige Schema passten, also etwa Alkoholika aus dem Duty-Free-Shop oder Mineralwasser.

Künftig dürfen sie solche Flüssigkeiten auf die Weiterflüge mitnehmen, die in einem Duty-Free-Shop jenseits der Bordkartenkontrolle gekauft wurden, die in einem versiegelten, manipulationssicheren Plastikbeutel verschlossen sind und denen ein Kaufbeleg beiliegt, der nicht älter als 36 Stunden ist. Diese Flüssigkeiten werden bei der Handgepäckkontrolle mit neu entwickelten Detektoren geprüft.

Die teilweise Aufhebung des Flüssigkeitsverbots geht auf eine entsprechende EU-Verordnung zurück. Vollständig soll es genau zwei Jahre später, am 29. April 2013, aufgehoben werden. Bis dahin sollen Detektoren serienreif sein, die Flüssigkeiten in einem geschlossenen Handgepäckstück analysieren können.

abl/dapd



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Altesocke 18.04.2011
1. Airports gegen Airlines?
Wurden die Airlines dazu gebragt? Nicht das deren Geschaeftsmodel, Getraenke nur noch zu Mahlzeiten im Preis enthalten, so denn welche kostenfrei angeboten werden, kaputtgemacht wird?
Hans58 18.04.2011
2. Nie mehr einen Titel....
Zitat von AltesockeWurden die Airlines dazu gebragt? Nicht das deren Geschaeftsmodel, Getraenke nur noch zu Mahlzeiten im Preis enthalten, so denn welche kostenfrei angeboten werden, kaputtgemacht wird?
Wurden die Airlines gefragt, als das Verbot eingeführt wurde? Ihre Frage zeigt außerdem, dass Sie wenig Ahnung haben, was die Erlaubnis betrifft, Flüssigkeiten aus Drittstaaten mit zuführen und den Genuss von alk. Getränken an Bord. heute die SAA von Johannesburg nach Frankfurt fliegt und ich erlaubterweise in Johannesburg 2 Flaschen Wein eingekauft habe und von Frankfurt nach Hamburg weiterfliegen will, darf ich die 2 Flaschen derzeit nicht mitführen, in Zukunft dann doch. An Bord darf man bei keiner mir bekannten Airlines mitgebrachte alk. Getränke konsumieren. An der Serviceleistung an Bord wird sich daher durch die Erleichterung nichts ändern, wozu auch, Sie dürfen jetzt und ihn Zukunft den mitgebrachten Alk an Bord nicht konsumieren.
fahrgast07 18.04.2011
3. Duty-Free-Schnaps ja - aber kein Wasser?!?
Verstehe ich das richtig, dass nur Duty-Free-Waren erlaubt sind? Halten wir fest: - Beim Fliegen soll man viel trinken, wegen trockener Kabinenluft und Trombosegefahr. - Wasser darf man aber nicht in den Sicherheitsbereich mitnemen. - Innerhalb des Sicherheitsbereichs werden Getränke zu Wucherpreisen verkauft. - Bei immer mehr Flügen gibts auch keine Gratis-Getränke mehr, auch dort Wucherpreise. Mir scheint, hier handelt es sich in erster Linie um ein geniales Geschäftsmodell. Da fahr ich lieber ICE.
schmiedt 18.04.2011
4. .
Zitat von fahrgast07Verstehe ich das richtig, dass nur Duty-Free-Waren erlaubt sind? Halten wir fest: - Beim Fliegen soll man viel trinken, wegen trockener Kabinenluft und Trombosegefahr. - Wasser darf man aber nicht in den Sicherheitsbereich mitnemen. - Innerhalb des Sicherheitsbereichs werden Getränke zu Wucherpreisen verkauft. - Bei immer mehr Flügen gibts auch keine Gratis-Getränke mehr, auch dort Wucherpreise. Mir scheint, hier handelt es sich in erster Linie um ein geniales Geschäftsmodell. Da fahr ich lieber ICE.
Viel Vergnügen mit dem ICE nach USA! Die Einreiseformalitäten werden Ihnen im Vergleich zur Reise wie ein Wohltat vorkommen. Aber mal im Ernst: Die Lockerung des unsinnigen Verbots geht darauf zurück, dass die EU-Abgeordneten sich schwarz ärgern, die vielen geschenkten Alkoholika aus ihren Dienstreisen (so nennen die ihre Ausflüge) nicht über Transitflughäfen in die eigene Home-Bar mitnehmen zu dürfen. Dabei dachten sie zunächst, dass die Verbote sie gar nicht betreffen dürften: Sie haben die Verbote doch selber beschlossen, wie konnten sie nur bei ihnen angewendet werden? Ist das nicht unlogisch? Nun, nach nur fünf Jahren, haben sie ihren Fehler korrigiert. Alle werden glücklich. Und blau.
Hans58 18.04.2011
5.
Zitat von schmiedtViel Vergnügen mit dem ICE nach USA! Die Einreiseformalitäten werden Ihnen im Vergleich zur Reise wie ein Wohltat vorkommen. Aber mal im Ernst: Die Lockerung des unsinnigen Verbots geht darauf zurück, dass die EU-Abgeordneten sich schwarz ärgern, die vielen geschenkten Alkoholika aus ihren Dienstreisen (so nennen die ihre Ausflüge) nicht über Transitflughäfen in die eigene Home-Bar mitnehmen zu dürfen. Dabei dachten sie zunächst, dass die Verbote sie gar nicht betreffen dürften: Sie haben die Verbote doch selber beschlossen, wie konnten sie nur bei ihnen angewendet werden? Ist das nicht unlogisch? Nun, nach nur fünf Jahren, haben sie ihren Fehler korrigiert. Alle werden glücklich. Und blau.
Soo viele MEP's fliegen nicht aus Nicht-EU-Staaten in die EU-Staaten ein und von dort weiter innerhalb des Staates des 1. EU-Flughafens oder in ein anderes EU-Land. Nächstes Jahr fällt das Flüssigkeits-100ml-Gebot eh' und dann können Sie wieder Ihre Discounter 19 Cent-1,5 l-Mineralwasserflasche durch die Sicherheitsschleuse mitnehmen. Die div. Fluglinien, mit denen ich fliege, kalkulieren auf Mittel- und Langstrecke immer 0,2 l Mineralwasser pro Flugstunde und Pax ein. Bisher musste ich für Mineralwasser in Lfz keinen Cent abdrücken. Man muss nur nach fragen, bringen ohne Nachfrage ist nicht.
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