Euro-Schwäche Zu Hause buchen, im Ausland sparen

Trotz des hohen Dollar-Kurses muss niemand auf Reisen in beliebte Urlaubsziele wie die USA oder die Karibik verzichten. Schon bei der Planung einer solchen Reise lassen sich unnötige Kosten vermeiden.


Die Rocky Mountains fest im Blick: Pauschalreisende können dem hohen Dolar-Kurs gelassen entgegen sehen
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Die Rocky Mountains fest im Blick: Pauschalreisende können dem hohen Dolar-Kurs gelassen entgegen sehen

Berlin - Sparen kann der Urlauber zum Beispiel, wenn er "so viel wie möglich bereits in Deutschland beim Reiseveranstalter bucht", so Karl-Heinz Limberg, Direktor der Canadian Tourist Commission (CTC). Dadurch können die Reisenden davon profitieren, dass die Veranstalter viele Leistungen zu einem Zeitpunkt eingekauft haben, als der Wechselkurs für Europäer noch günstiger war. Wer dagegen erst im Ausland das Hotel, den Mietwagen oder Reisepakete buche, müsse höhere Ausgaben einplanen.

Mit sinkenden Besucherzahlen rechnet allerdings kein Tourismusexperte. Wahrscheinlicher ist, dass die Deutschen sich bei den Ausgaben im Urlaubsland stärker als bisher einschränken. "Wir haben keine Anzeichen dafür, dass dieses Jahr weniger Europäer zu uns kommen", sagt Dexter C. Koehl, Vizepräsident und Sprecher der Travel Industry Association of America (TIA) in Washington.

Nach fast zwei Millionen deutschen Urlaubern 1999 sei ein weiteres Wachstum um drei bis fünf Prozent zu erwarten. "Viele Leute werden aber in billigere Hotels ausweichen und vielleicht auch auf organisierte Touren verzichten."

Dass USA-Reisen bei manchen Touristen aus Geldmangel kürzer ausfallen könnten als in der Vergangenheit, hält TIA- Sprecher Koehl für wenig wahrscheinlich. "Dazu ist der Weg über den Atlantik einfach zu weit."

Einkaufsbummel in der Duval Street in Key West: Experten rechnen mit geringen Ausgaben der Touristen
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Viele Besucher der USA weichen der TIA zufolge zunehmend auch in touristisch weniger frequentierte Regionen aus, wie die Rocky-Mountain-Staaten Montana oder Colorado. Gleichwohl seien Florida, Kalifornien und New York für die Deutschen weiterhin die wichtigsten Zielgebiete.

Auf Jamaika und anderen karibischen Inseln sei die Zahl der deutschen Urlauber auch wegen des schlechteren Wechselkurses rückläufig, so Claudia Dressler vom Jamaica Tourist Board in München. "Wir erwarten, dass viele Reisende auch bei Ausflügen sparen oder günstigere Hotels aussuchen werden", so Dressler. Unter anderem aus diesem Grund habe man das neue Hotelprogramm "Insider's Jamaica" aufgelegt, dessen 35 Teilnehmer zum Teil preiswerte Familienhotels sind.

Jamaika steht als Beispiel jedoch nicht für die ganze Karibik. In manchen Staaten wie Kuba, der Dominikanischen Republik und den zu Frankreich gehörenden Inseln Guadeloupe und Martinique spiele der US-Dollar als Nebenwährung nur eine geringe oder gar keine Rolle, so Johannes Spalburg, Europa-Marketingdirektor der Caribbean Tourism Organisation in London.

Eine wichtige Zielgruppe der Karibik seien außerdem Menschen, die es sich leisten könnten, für zwei Personen im Urlaub 10.000 Mark auszugeben, so Angelika Schäfer von der Arbeitsgemeinschaft Karibik in Frankfurt am Main. Und bei dieser Klientel werde der schwächere Euro das Preisverhalten nicht verändern.



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