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Euro-Turbulenzen: Wo Reisen jetzt teurer wird - und wo billiger

Foto: Oli Scarff/ Getty Images

Euro-Turbulenzen Welche Reiseländer jetzt teurer sind - und welche billiger

Der Euro fällt, und das hat Konsequenzen für deutsche Urlauber. Reisen in die USA oder in die Schweiz werden teurer, andere Ziele wie Norwegen oder Japan günstiger. Der Überblick.

An diesem Mittwoch ist der Euro unter 1,06 Dollar gefallen - das ist der tiefste Stand seit zwölf Jahren. Der Devisenmarkt ist in diesem Jahr turbulent wie lange nicht, und das heftige Auf und Ab erfasst neben den von schnellen Kapitalströmen getriebenen Schwellenländern auch die wichtigsten Währungsräume der Welt.

Während der Euro in Mario Draghis Geldschwemme aufweicht, erstarkt der Dollar in Erwartung steigender Zinsen - und mit ihm Währungen, die wie der chinesische Yuan mehr oder weniger fest an den harten Dollar gebunden sind. Für Unternehmen und Banken wird der billionenschwere Devisenmarkt schon schwer zu navigieren. Bürger, die vor der Reiseplanung stehen, müssen erst recht aufpassen.

Eine USA-Reise, vor zwei Jahren noch ein günstiges Unterfangen, kann das Budget jetzt erheblich strapazieren. Die Kaufkraft des Euro in Amerika ist seit dem jüngsten Vergleich der Weltbank von 2013 eingebrochen. War ein durchschnittlicher Warenkorb für Deutsche damals in den USA 9 Prozent billiger als zu Hause, kostet er nach aktuellem Wechselkurs dort 13 Prozent mehr.

Zum beliebtesten Reiseziel der Deutschen - nach dem Inland - könnte in diesem Jahr die Türkei aufsteigen. Dazu hat auf kuriose Weise auch Präsident Recep Tayyip Erdogan beigetragen, der in den vergangenen Wochen Stimmung gegen die Zentralbank machte. Indem sie ihre Zinsen nicht weiter senke, übe sie Landesverrat - die Währung Lira verlor daraufhin noch weiter an Wert, selbst gegenüber dem Euro. Für Eurobürger, die in die Türkei reisen, sinken die ohnehin niedrigen Preise also noch weiter.

Wie politökonomische Turbulenzen den Tourismus prägen, zeigt auch das Beispiel Norwegen. In einer Mitteilung der offiziellen Agentur Innovation Norway werden Fjorde, Mitternachtssonne und Nordlicht nur an zweiter Stelle genannt. "Eine schwächere norwegische Krone wird die Reiselust auf Norwegen bei Deutschen sicher noch mehr steigern", hebt dagegen Manuel Kliese hervor, bei Innovation Norway in Deutschland für Tourismus zuständig.

Mit dem niedrigen Ölpreis sei auch die Inlandsnachfrage der Energiekonzerne gesunken - "Meeting- und Incentive-Packages" seien jetzt günstig zu haben. Die Agentur beruft sich sogar auf Analysten, denen zufolge mit ihrem wichtigsten Rohstoff auch die Reisenation Norwegen "für längere Zeit ungewöhnlich günstig bleiben wird".

Das bedeutet zwar immer noch 38 Prozent teurer als Deutschland - aber gegenüber dem direkten Wettbewerber Schweiz, dessen Franken bis Januar an den Euro gebunden war und dann aufwertete, ist Norwegen jetzt geradezu billig.

Welche Länder werden billiger, welche günstiger - mehr Information finden Sie in der Fotostrecke. Der Artikel erschien zuerst auf Manager-Magazin online.

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