Exotische Ziele auf der ITB Arm und schön

Glitzernder Kopfschmuck, bunte Gewänder, exotische Düfte: Im Land der Reiseweltmeister werben so viele Nationen wie nie zuvor um die Gunst von Urlaubshungrigen. Für viele arme Staaten ist Tourismus der Schlüssel zum Überleben.


Berlin - Fremdartige Düfte liegen in der Luft, immer wieder ertönen exotische Klänge, Frauen und Männer in bunten Kostümen lächeln für ihr Land. Die Botschaft vieler Aussteller auf der Internationalen Tourismusbörse ist eindeutig: Urlauber sollen Länder wie Kolumbien, Kenia oder Kasachstan aus einem neuen Blickwinkel betrachten - fernab von Armut, Gewalt und Korruption.

Nach Ansicht der Welttourismusorganisation UNWTO hat der Tourismus gerade in den Ländern der dritten Welt eine wichtige Aufgabe. Der stellvertretende Generalsekretär Geoffrey Lipman forderte mehr Investitionen in die Entwicklungsländer, die auch dem Erhalt der Umwelt und bedrohter Arten zu Gute kämen. "Die Antworten auf den Klimawandel und die Linderung der Armut sind komplementäre Ziele", sagte er.

Angesichts der politischen Krise in Kenia zeigte sich der Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Achim Steiner, besorgt über den Rückgang der Besucherzahlen dort. Die Unruhen hätten zu dramatischen finanziellen Einbußen geführt. Der Erhalt von Naturschutzgebieten sei davon ebenso betroffen wie die Sicherung von Arbeitsplätzen. "Der Tourismus ist einer der schnellsten Wege, um Geld zu verdienen und Jobs zu schaffen", sagte Steiner.

Insgesamt sind mehr als 180 Länder auf der Internationalen Tourismusbörse vertreten - so viele wie nie zuvor. Die mikronesischen Inseln Palau und Yap sowie die Insel Sansibar stellen erstmals auf der ITB aus. Länder wie Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Montenegro, Tschechien und Russland haben ihre Ausstellungsfläche nach Angaben der Messe deutlich erweitert.

Die ITB läuft noch bis Sonntag. Während die ersten Tage den Fachbesuchern vorbehalten waren, sind die Tore am Samstag und Sonntag für das gesamte Publikum geöffnet.

reh/dpa



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