Expo "Es könnte etwas lauter werden"

Mit deutschem Humor und finnischen Cowboys versucht die Expo, ausländische Touristen anzulocken. Staatstragende Töne sollen soweit es geht vermieden werden.


Rostock - Auf großen Hinweistafeln an wichtigen Grenzübergängen und Wasserstraßen will die Weltausstellung um ausländische Besucher werben. Auf den Schildern soll nach Angaben der Veranstalter zu lesen sein: "Liebe Nachbarn, am 1. Juni 2000

Deutscher Humor an den Grenzen soll zukünftig nicht nur die Leningrad Cowboys begeistern
DPA

Deutscher Humor an den Grenzen soll zukünftig nicht nur die Leningrad Cowboys begeistern

feiern wir die Eröffnung der Weltausstellung in Hannover. Es könnte etwas lauter werden. Wenn Sie Lust haben, schauen Sie ruhig vorbei."

Das erste Schild wurde auf der Europa-Brücke zwischen Kehl und Straßburg aufgestellt, ein weiteres wurde am Montag im Rostocker Fährhafen von der finnischen Kultband Leningrad Cowboys enthüllt. Im vergangenen Jahr fuhren rund 500.000 Dänen per Fähre aus Gedser nach Rostock, rund 300.000 Schweden kamen aus Trelleborg und rund 50.000 Finnen aus Helsinki.

Sakke Järvenpää, Sänger der Leningrad Cowboys, sagte bei der Enthüllung des Schildes: "Die Weltausstellung ist eine Chance für uns Finnen, zu zeigen, wie wir wirklich sind - nämlich humorvoll, vielseitig und weltoffen." Die Band wird am 3. und 8. August auf der Expo auftreten.

Expo-Sprecher Michael Sasse sagte: "Wir wollen unsere Nachbarn auf witzige Weise einladen, mit Augenzwinkern und nicht zu staatstragend. Dass wir Deutschen pünktlich und zuverlässig sind, wissen schon alle. Nun wollen wir zeigen, dass wir durchaus Humor haben."

Die Schilder sind in der Sprache des jeweiligen Nachbarlandes gehalten, der Text variiert jedoch. An Autobahnen ist er kürzer, um die Fahrer nicht allzu sehr abzulenken. Rund 20 Schilder werden errichtet. Ob in Flensburg, Bad Reichenhall oder Frankfurt an der Oder - an Expo-Einladungen soll bald kein Weg mehr vorbeiführen.



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