Blockade Klimaaktivisten wollen Flughafen London City lahmlegen

Die Proteste der Klimaaktivisten von "Extinction Rebellion" in London halten an. Ab dem Morgen wollen sie drei Tage lang den Flughafen City blockieren. Bisher gibt es einige Verspätungen.

Bahnstation am Londoner City Flughafen: Sitzblockade der Klimaaktivisten
Daniel Leal-Olivas/ AFP

Bahnstation am Londoner City Flughafen: Sitzblockade der Klimaaktivisten


Für ihren vierten Aktionstag haben die Aktivisten des internationalen Protestbündnisses "Extinction Rebellion" den Flughafen London-City ausgewählt. Ihr Plan: den Airport drei Tage lang lahmlegen. Die "friedliche" Blockade des London City Airport werde am Donnerstag beginnen, teilte die Gruppe am Mittwoch mit.

Der nahe der Innenstadt gelegene Flughafen kündigte auf seiner Homepage an, er werde eng mit der Londoner Polizei zusammenarbeiten, um "die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten" und "Störungen gering zu halten". Der Airport ruft Passagiere dazu auf, ihre Reisepläne nicht zu ändern, sich aber über ihre Flüge zu informieren.

Am Vormittag zeigt die Abflugtafel auf der Flughafen-Webseite einige Verspätungen an, meist etwa zehn Minuten, vereinzelt auch bis zu drei Stunden. Per Twitter teilte London City mit, dass bis etwa 9.15 Uhr mehr als 60 Flüge gestartet oder gelandet seien:

Die Aktivisten wollten nach eigenen Angaben ab acht Uhr das Flughafenterminal im "Hongkong-Stil" besetzen, indem sie sich vor die Türen der Abflug- und Ankunftshallen setzen, legen oder sich dort ineinander verketten. Hunderte Menschen hätten ihre Teilnahme bestätigt und seien "bereit, ihre Freiheit für diesen Zweck zu opfern", teilte das Bündnis am Mittwoch mit.

Die Aktivisten wollten sich von verschiedenen Londoner Protestorten ausgehend zusammenzuschließen und gemeinsam zum London City Airport marschieren. Sollte es ihnen nicht gelingen, ihre Protestaktion in den Innenräumen des Flughafens durchzuführen, würden sie "ihn von außen blockieren", indem sie Bahnrouten und Autozufahrten versperrten, kündigte "Extinction Rebellion" an.

Aktivisten: Flughafenausbau entspreche nicht den Klimazielen

Von den fünf Londoner Flughäfen ist der London City Airport der am nahesten zur Innenstadt gelegene. Im vergangenen Jahr zählte er 4,8 Millionen Passagiere. Die Betreiber planen einen Ausbau des Flughafens. Ein Sprecher des Bündnisses verurteilte das Projekt, das unvereinbar sei mit den Klimazielen der britischen Regierung.

Seit Montag gehen die "Extinction-Rebellion"-Aktivisten in mehreren Ländern auf die Straße. Die Proteste sollen rund zwei Wochen dauern und insgesamt etwa 60 Städte betreffen. Nach Angaben der Londoner Polizei wurden seit Beginn der Demonstrationen mehr als 500 Menschen vorläufig festgenommen.

Mitte September hatten Aktivisten bereits versucht, den Flugverkehr am Flughafen Heathrow mit Drohnen zu stoppen - jedoch ohne Erfolg.

abl/AFP



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