Fahrgestellprobleme Dritte Notlandung von Bombardier-Flugzeugen in einer Woche

Innerhalb weniger Tage waren drei Flugzeuge des Herstellers Bombardier zur Notlandung gezwungen - immer wegen eines Problems mit dem Fahrgestell. In Neuseeland ist die Cockpit-Spitze einer Dash-8 300 auf die Landebahn gekracht.


Toronto - Der kanadische Flugzeughersteller hat am Donnerstag die dritte Notlandung eines seiner Flugzeuge wegen eines Fahrgestellproblems innerhalb einer Woche eingeräumt. Der jüngste Zwischenfall habe sich in Neuseeland in Blenheim abgespielt, teilte Bombardier-Sprecher Bert Cruickshank in Toronto mit.

Bei der Bruchlandung am Donnerstag waren die 46 Passagiere und die Besatzung mit dem Schrecken davongekommen, sie blieben unverletzt. Die Maschine vom Typ Bombardier Dash-8 Q300 hatte ein Problem mit dem Bugfahrwerk, das nicht richtig ausfuhr - sie landete praktisch mit der Cockpitspitze auf dem Asphalt.

Die Maschine der Air Nelson, einer Tochter der neuseeländischen Fluggesellschaft Air New Zealand, war von der Hauptstadt Wellington nach Nelson auf der Südinsel unterwegs. Wegen schlechten Wetters wurde sie zum Woodbourne-Flughafen bei Blenheim umgeleitet.

Augenzeugen berichteten im Fernsehen, dass die Maschine zunächst mehrfach über dem Flughafen kreiste. Der Pilot hatte offenbar schon Probleme gemeldet, denn die Flughafenbehörden versetzten Feuerwehr und Krankenwagen in Alarmbereitschaft. An der Maschine war außer dem nicht ausgefahrenen vorderen Fahrwerk kein Schaden zu erkennen.

Am vergangenen Samstag waren eine CRJ-900 der US-Fluggesellschaft Delta Airlines in New York und danach eine CRJ-200 der Skywest Airlines in Milwaukee mit 39 Menschen an Bord wegen eines defekten Fahrgestells notgelandet.

Die drei Vorfälle hätten keinerlei Verbindung, sagte der Sprecher Cruickshank, "das waren verschiedene Flugzeugtypen, verschiedene Fahrwerk-Designs und verschiedene Fahrwerk-Zulieferer." Vom Typ Dash-8 300 seien mehr als tausend Flugzeuge weltweit bei mehr als hundert Fluggesellschaften im Einsatz. Sie hätten 21 Millionen Flugstunden und 26 Millionen Starts absolviert. So eine Bruchlandung sei ein sehr ungewöhnlicher Vorfall, sagte Cruickshank.

abl/dpa/AP



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