Mitte Dezember Was sich im Preissystem der Bahn ändert

Die gute Nachricht vorweg: Die ganz große Ticketpreiserhöhung fällt in diesem Jahr aus. Pünktlich zum Fahrplanwechsel kündigt die Bahn an, was sich in ihrem Preissystem ändert.

Deutsche Bahn: Auf Nahstrecken teurer, ICE-Sprinter günstiger
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Deutsche Bahn: Auf Nahstrecken teurer, ICE-Sprinter günstiger


Der Normalpreis heißt bald nicht mehr Normalpreis, und der Sparpreis wird unspartypisch flexibel: Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember ändert sich für Bahnfahrer einiges. Dabei hält sich das Unternehmen mit Preiserhöhungen zurück. Nur auf der Neubaustrecke Erfurt - Halle/Leipzig wird's teurer, dafür aber auch schneller. Ein Überblick:

  • Mit dem Normalpreis können Kunden flexibel und ohne Bindung an einen bestimmten Zug reisen. Das will die Deutsche Bahn gleich im Namen deutlich machen und tauft den Normalpreis in Flexpreis um.
  • Für den Sparpreis ab 29 Euro auf längeren Strecken entfällt künftig die Vorverkaufsfrist. Je nach Verfügbarkeit kann solch ein Angebot dann noch bis kurz vor Abfahrt gebucht werden. Damit sollen vor allem Kunden angelockt werden, die bisher nicht oder selten Bahn fahren. Sparpreise werden auf Strecken zur Verfügung gestellt, die nicht ausgelastet sind - und zu Zeiten, in denen die Züge nicht voll sind.
  • In etwa dreieinhalb Stunden von Frankfurt am Main nach Berlin oder von Köln nach Hamburg - das ist mit dem ICE-Sprinter möglich. Die Sprinter-Fahrten werden mit dem Fahrplanwechsel günstiger, weil die Reservierungspflicht und der Sprinter-Aufpreis von 11,50 Euro entfallen. Wer auf eigenen Wunsch einen Sitzplatz reservieren will, zahlt in der zweiten Klasse die üblichen 4,50 Euro. In der ersten Klasse ist die Reservierung im Fahrpreis enthalten.
  • Im Fernverkehr hat die Bahn bereits für das laufende Jahr in der zweiten Klasse nicht an der Preisschraube gedreht. Das ist auch im nächsten Jahr der Fall, dann auch in der ersten Klasse. Einschränkung: Fahrten über die Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig, die zum Fahrplanwechsel in Betrieb genommen wird und Fahrzeiten deutlich verkürzt. Ansonsten bleibt bei 90 Prozent der Tickets alles beim Alten: Die Normalpreise ändern sich nicht, die BahnCard-Preise bleiben stabil wie auch die Preise für Streckenzeitkarten. Sparpreise gibt es weiter ab 19 und 29 Euro.
  • Im Nahverkehr kosten Einzelfahrscheine der ersten und zweiten Klasse im Durchschnitt zwei Prozent mehr. Die Preise für Zeitkarten und Abonnements von Pendlern und Schülern bleiben dagegen stabil. Auch das Quer-durchs-Land-Ticket und das Schönes-Wochenende-Ticket werden nicht teurer.
  • Bei den Ländertickets für Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erhöht sich der Preis für die bis zu vier Mitfahrer. Sie zahlen fünf statt bisher vier Euro. Der Grundpreis bleibt in den drei ostdeutschen Bundesländern aber wie gehabt bei 23 Euro und bei 24 Euro für die beiden anderen. Die Preise für die übrigen Ländertickets der Deutschen Bahn ändern sich nicht. Die Preise für das Hessen-Ticket, das Niedersachsen-Ticket und das SchönerTagTicket NRW werden nicht von dem Konzern festgelegt.
  • Kunden, die Verbindungen über die Neubaustrecke Erfurt - Halle/Leipzig nutzen, müssen tiefer in die Tasche greifen. Sie kommen dafür aber auch schneller an ihr Ziel. Der Fahrpreis erhöht sich um einen bis sieben Euro. Normalpreise und Streckenzeitkarten werden ebenfalls angepasst. Die Fahrzeit von Frankfurt am Main nach Leipzig verkürzt sich beispielsweise um 23 Minuten auf rund drei Stunden. Dafür werden mit 85 Euro künftig fünf Euro mehr fällig als bisher. Wer von Berlin nach Erfurt unterwegs ist, zahlt 71 statt 64 Euro. Hier gelangt der Bahnreisende dann unter zwei Stunden an sein Ziel; 44 Minuten schneller als bisher.

abl/AFP



insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
ftb7 01.12.2015
1.
Der Fahrpreis wird also (im Durchschnitt) teurer.
Crom 01.12.2015
2.
Was ist mit dem Regio120- und Regio120+Ticket? Bleibt das auch gleich?
ups 01.12.2015
3. das stimmt so nicht!
Habe heute die Aboticketerhöhung in der Post gehabt. Von 120 auf 123 Euro.
seikor 01.12.2015
4. Bahnfahren
ist selbst für mich als relativ gut verdienender Bürger kaum bezahlbar. Man erkauft sich die Unflexibilität gegenüber dem Auto mit einem deutlich teureren Reisepreis. Und das gilt schon für Singles. Wenn man mit mehreren Kindern unterwegs sein will, ist gerade die Bahn völlig überteuert.
braamsery 01.12.2015
5.
Zitat von seikorist selbst für mich als relativ gut verdienender Bürger kaum bezahlbar. Man erkauft sich die Unflexibilität gegenüber dem Auto mit einem deutlich teureren Reisepreis. Und das gilt schon für Singles. Wenn man mit mehreren Kindern unterwegs sein will, ist gerade die Bahn völlig überteuert.
Das Problem was man als Autofahrer nicht macht (ich auch nicht) ist den Wertverlust einzurechnen, besonders bei Neuwagen. Die wenigsten kommen auch nur in die Nähe der Pendlerpauschale. Und rechnet man mit den 30ct, ist man bei 20km bei 6Euro. Klar ist man nicht so flexibel, die Kosten sind aber da durchaus vergleichbar. Und die muss die Bahn eben in den Preis einrechnen, der Autofahrer machts nicht.
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